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ArchiTV - TV-Programm August 2003

(Aktualisiert 15. August 2003) Hier finden Sie die interessantesten Fernsehsendungen rund um das Thema Architektur und Bauen im Monat August 2003. Auch im Sommerprogramm der öffentlichen und privaten Fernsehsender haben wir wieder einiges ausgegraben. Wie gewohnt finden Sie zu den meisten Sendungen weiterführende Links. Damit auch Sie auf dem Laufenden bleiben, wird dieser Beitrag permanent aktualisiert, sobald uns Informationen zu neuen Sendungen vorliegen. Also immer wieder mal reinschaun!

3sat 11Freitag, 1. August 2003, 00:05 - 00:20 Uhr
ArchitecTour de Suisse
Gion A. Caminada

Film von Susanna Fanzun, Schweiz 2001
Wiederholung vom Donnerstag, 31. Juli 2003

Das Dorf Vrin in der Val Lumnezia ist winzig. Seine Bewohner setzen wirtschaftlich, sozial und architektonisch eigenwillige Akzente. Massgeblich beteiligt an dieser Entwicklung ist der Bündner Gion A. Caminada, Vrins Architekt und nebenbei Gastprofessor an der ETH Zürich. Caminada betrachtet Architektur als soziale Aufgabe. Geglückt und "schön" ist sie für ihn, wenn die Spannung zwischen Tradition und Modernität fruchtbare Lösungen hervorbringt und sich Funktionalität mit dem Lebenszusammenhang verbündet.
3sat

wdr 1Freitag, 1. August 2003, 09:15 - 09:45 Uhr
Wo Gelb und Grün tanzen - Das Geheimnis der Anthroposophie

Film von Klaus Schwagrzinna

Die Waldorfschule, die Weleda- oder Wala-Artikel, eine besondere Form von Architektur, die Demeter-Produkte im Bioladen, sie alle haben ihre Wurzeln im Gedankengut von Rudolf Steiner (1861 - 1925). Schon früh in seinem Leben glaubte er, dass es mehr gibt, als das was unsere Sinne wahrnehmen können. Er unterschied Dinge oder Wesenheiten "die man sieht" und solche "die man nicht sieht". Das war das Fundament seiner Theorie über die Menschheit und ihrem Platz im Kosmos: Die Wissenschaft von der Anthroposophie. Die Dokumentation besucht die Schüler einer Waldorf-Grundschule. In einem Versandhaus für Ökotextilien erläutern Architekt und Bauherr das Besondere an der anthroposophischen Architektur.
WDR

phoenix 1Freitag, 1. August 2003, 21:00 - 21:30 Uhr
Brücken dieser Erde - Folge 3 von 6
Die Rialto-Brücke - Venedig

Film von Viktor Stauder, 2002
Wiederholung am Samstag, 2. August 2003, 10:00 - 10:30 Uhr

400 Brücken überspannen die Kanäle Venedigs. Mitten im Herzen der Lagunenstadt liegt ihre prominenteste, vielleicht sogar die berühmteste Brücke dieser Erde: die Rialto Brücke aus dem Jahr 1591. Seit ihrer Erbauung vor nunmehr über 400 Jahren überspannt den Canal Grande die steinerne Rialto Brücke - in der ganzen Welt ein Symbol und Wahrzeichen für Venedig. Die politische Drehscheibe Venedigs befand sich in San Marco, während auf der anderen Brückenseite im Bezirk Rialto das Wirtschaftszentrum der Lagunenstadt war. Der Canal Grande trennte, aber verband auch die beiden Stadtteile, Auf ihm wurde der Warenfluss zwischen Orient und Okzident abgewickelt. An dieser sensiblen Stelle eine Brücke zu errichten, war eine schwierige Aufgabe.

Jahrzehnte lang wurden zahlreiche Vorschläge beraten und beurteilt. Eine Reihe bedeutender Architekten, darunter Andrea Palladio, versuchten sich an der großen Aufgabe - und scheiterten. 1584 unternahm Venedig einen letzten Anlauf. Wieder wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, aus dem Antonio da Ponte, ein hoher Beamter Venedigs, als Sieger hervortrat. Da Pontes Rialto Brücke fand nicht nur Zustimmung, aber zweifellos fügt sie sich gut in das Ensemble um den Canal Grande ein. Sie ist die ausgewogene Lösung eines erfahrenen Architekten, der sich der lokalen, baulichen Tradition verpflichtet fühlte.

Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts blieb die Rialto Brücke die einzige begehbare Verbindung über den Canale Grande. Sie hat Überschwemmungen, Erdbeben, Spott und Millionen Besucher überdauert, ist mit Anstand gealtert. Seit ihrer Fertigstellung waren keine größeren Reparaturen erforderlich. Noch heute ist sie praktisch in ihrem Urzustand - als Wahrzeichen für Venedig.
Phoenix / Info / BuchTIPP 1 / BuchTIPP 2

Samstag, 2. August 2003, 10:00 - 10:30 Uhr (Phoenix)
Brücken dieser Erde - Folge 3 von 6
Die Rialto-Brücke - Venedig

Wiederholung vom Freitag, 1. August 2003

arte 1Samstag, 2. August 2003, 20:15 - 20:45 Uhr
Baukunst - Folge 5 von 12
Die Pariser Opéra Garnier

Dokumentation von Stan Neumann, Frankreich 2000
Wiederholung am Samstag, 9. August 2003, 02:10 - 02:40 Uhr
Wiederholung am Dienstag, 12. August 2003, 02:15 - 02:45 Uhr

Nach 15jähriger Bauzeit wurde am 5. Januar 1875 die Opéra Garnier, nach ihrem Erbauer Charles Garnier benannt, eingeweiht. Als Garnier seinen Entwurf beim Architektenwettbewerb einreichte, war er noch ein junger, fast unbekannter Architekt. Den Wettbewerb hatte Napoleon III im Jahr 1860 im Rahmen der architektonischen Umgestaltung der Stadt Paris durch Baron Haussmann ausgeschrieben. Von den 171 anonym vorgelegten Entwürfen wurde am 29. Dezember 1860 der von Charles Garnier ausgewählt. Während der Bauzeit war das Projekt den Wechselfällen der französischen Politik ausgesetzt, so dem Fall der Reichsregierung und dem deutschfranzösischen Krieg von 1870. Die Geschichte der Pariser Oper reicht bis zur Gründung der 'Académie Royale de Musique' durch Ludwig XIV ins Jahr 1669 zurück.

Das Opernhaus ist kugelartig konzipiert, schirmt den Besucher von der Außenwelt ab und gestattet ihm, in die Traumsphäre der Oper einzutauchen. Der Eingangsbereich stellt den Übergang von der realen in die Traumwelt dar und bildet das architektonische Pendant zur Opernouvertüre. Das Bauwerk verbindet Klassizismus und Rationalismus im Sinne einer funktional ausgerichteten Architektur. Diese Begegnung von Tradition und Moderne zeigt sich auch in der Auswahl der Baustoffe: Der Zuschauerraum besteht aus einer riesigen Konstruktion aus verkleidetem Stahl und bildet somit den ersten Opernbau mit einer stählernen Innenstruktur. Der Zuschauerraum selbst ist nur sparsam ausgeschmückt, damit das Publikum nicht vom Geschehen auf der Bühne abgelenkt wird. Im Jahr 1964 gestaltet Marc Chagall das Deckengemälde, das verschiedene Allegorien zeigt und beim Betrachter Szenen aus dem Opern- und Ballettrepertoire evoziert.

Ein Band über die Geschichte der Oper erschien im Jahr 2000 in dem französischen Verlag 'Editions du patrimoine' unter dem Titel 'L'Opéra de Charles Garnier: Architecture et décor extérieur' herausgegeben von Gérard Fontaine. Von dem selben Autor sind die Bände 'Décor d'opéra: un rêve éveillé' (Editions Plume, 1996) und 'Palais Garnier: fantasme de l'Opéra' (Editions Noésis,1999) erschienen.
Arte / Info / Opera de Paris

wdr 2Sonntag, 3. August 2003, 16:30 - 17:00 Uhr
Die Wiesenkirche in Soest

Film von Martin Papirowski und Heike Nelsen
Wiederholung am Mittwoch, 6. August 2003, 09:15 - 09:45 Uhr

Die Wiesenkirche gilt als ein Meisterwerk gotischer Baukunst in Deutschland, ja in Europa. In Johannes Schendeler fand sie einst ihren genialen Baumeister. Mit ihrer Doppelturmanlagen wird sie später des öfteren mit dem Kölner Dom verglichen. Hoch ragt sie aus dem niedrigen Häusermeer heraus und zeugt vom Bürgerstolz und der Frömmigkeit der Zeit. Mit der Dokumentation wird dieses westfälische Kleinod gewürdigt. Triumphale Kamerafahrten durch den lichtdurchfluteten Innenraum und atmosphärische Bilder der Restaurierung in der Tradition der alten Meister sollen den Zuschauer für dieses Kulturerbe begeistern. In computeranimierten Bildern erlebt der Zuschauer die virtuelle Fertigstellung der Soester Wiesenkirche, wie sie in 22 Jahren nach Beendigung der Bauarbeiten aussehen wird.
WDR / Bauhütte Wiesenkirche Soest

arte 2Dienstag, 5. August 2003, 02:20 - 02:45 Uhr
Baukunst - Folge 4 von 12
Le Corbusier - Das Kloster La Tourette

Dokumentation von Richard Copans, Frankreich 2002
Wiederholung am Dienstag, 5. August, 16:30 - 16:55 Uhr

Als sich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs immer mehr Menschen zu einem Leben im Kloster berufen fühlten, beauftragte der Dominikanerorden in Lyon den Architekten Le Corbusier mit dem Bau einer Klosterschule. 80 Klosterschüler sollten sich dort in Abgeschiedenheit dem Studium und dem Gebet hingeben. Le Corbusier befand sich zu dieser Zeit auf dem Höhepunkt seines Ruhmes. Er hatte sich mit Wohnhäusern wie der Villa Savoye und den Wohnanlagen in Marseille und Nantes einen Namen gemacht. Das Kloster war jedoch kaum eingeweiht, als gleich zwei Krisen ausbrachen: Die Krise der katholischen Kirche und die Studentenunruhen. 1970 gab es in La Tourette keinen einzigen Studenten mehr. Einige wenige Dominikaner harrten im Kloster aus, weil ihrer Auffassung nach die Architektur des Ortes für die geistigen Ziele des Ordens steht. Das Gebäude blieb im Eigentum des Dominikanerordens, wird heute aber als Tagungszentrum genutzt.

Das von 1953 bis 1960 erbaute Dominikanerkloster 'Sainte Marie de la Tourette' liegt in Eveuxsur-Arbresle in der Nähe von Lyon. Le Corbusier wurde 1952 durch einen Dominikanerpater beauftragt, ein Haus der Stille und eine Kirche für den Orden zu bauen. Le Corbusier wählte als Grundform ein burgartiges Viereck, das er mitten in die bis dahin unberührte Landschaft setzte. Drei Flügel in U-Form gehören zu dem Kloster und der vierte Flügel ist der Kirche vorbehalten. Sie ist in der strengen Form eines Kastenblocks errichtet und nur am Glockenturm erkennbar. Durch plastische Lichtkanonen, die außergewöhnliche Lichtreflexe im Inneren der Kirche hervorrufen, wird ihre Kargheit unterbrochen. Da Le Corbusier Gefallen an der schlichten Form fand, faszinierte ihn auch die Kargheit des mönchischen Lebens. Er besuchte das Kartäuserkloster Ema und ließ sich von dessen kollektiver Form des Zusammenlebens für die Gestaltung der Wohneinheiten von La Tourette inspirieren. Die architektonische Beherrschung von Licht und Raum bringt Le Corbusier in diesem Gebäude zu vollendetem Ausdruck. Gleichzeitig wird es den materiellen und spirituellen Anforderungen gerecht, die man an ein religiöses Bauwerk im Sinne der klösterlichen Tradition stellt. Es gleicht einer Art lebendem Organismus, dessen einzelne Teile eng miteinander verwoben sind.
Arte / Le Corbusier / Biografie / Fotos / BuchTIPP 1 / BuchTIPP 2

hr 1Dienstag, 5. August 2003, 14:15 - 14:45 Uhr
Bauen und Energie - Folge 1 von 4
Lehm - der wiederentdeckte Erdbaustoff

Ausgehend von der historischen Bedeutung des Baustoffs Lehm thematisiert die Sendung seine bauphysikalischen und baubiologischen Eigenschaften sowie die plastische und sinnliche Eigenart. Traditionelle Verarbeitungsmethoden werden mit der industriellen Herstellung verglichen, und es werden unterschiedliche Baustoffe vorgestellt. Dabei geht es vor allem um eine Bewertung neuer und alter Baustoffe unter technischen und ökologischen Gesichtspunkten. Traditionellen Verarbeitungsmethoden von Strohlehm im Fachwerk wird die industrielle Herstellung von Strohlehmbausteinen gegenübergestellt. Manuelle Fertigung von Holzhäcksel-Leichtlehmsteinen, die Verarbeitung von Leichtlehm in Gleitschalungen, moderne Stampflehmtechnik, traditionelle Lehmputztechnik neben modernen Spritztechniken weisen den Lehm als ausgesprochen vielseitiges Baumaterial aus.
HR3 / Dachverband Lehm / Lehmforschung / BuchTIPP

rbb 1Dienstag, 5. August 2003, 16:15 - 16:30 Uhr
BERLIN Spezial - Kompliment, Mr. Pei!
Das neue 'Schauhaus' am Deutschen Historischen Museum

Film von Grit Lederer

Ein neuer architektonischer Hingucker in Berlin! Am 25. Mai eröffnete das 'Schauhaus', der neue Anbau des Deutschen Historischen Museums, für das Publikum. Bereits die erste Vorbesichtigung Anfang März war ein enormer Erfolg: Tausende von Berlinern und internationalen Besuchern strömten in das noch leer stehende Ausstellungsgebäude des Star-Architekten Ieoh Ming Pei. Der 1917 in China geborene heutige US-Bürger hat bereits die Neugestaltung des Pariser Louvre entworfen. Für Berlin fügt er nun ein weiteres Juwel in die Reihe seiner Aufsehen erregenden Museumsbauten. Auf einem versteckt liegenden Gelände hinter dem Zeughaus löste er die Aufgabe mit Bravour: Dreieck und Spirale sind die Grundformen; Glas, Stahl, Beton und Sandstein die Materialien. Die Nähe zu den angrenzenden Schinkel-Bauten Neue Wache und Altes Museum muss er nicht scheuen. Im Gegenteil: I.M. Pei sieht sein 'Schauhaus' als eine Hommage an Preußens Baumeister. Künftig sollen in dem 54 Millionen Euro teuren Gebäude Wechselausstellungen stattfinden. Der Film erzählt die Geschichte dieses architektonischen Highlights.
RBB Berlin / Museum / BuchTIPP

Dienstag, 5. August, 16:30 - 16:55 Uhr (Arte)
Baukunst - Folge 4 von 12
Le Corbusier - Das Kloster La Tourette

Wiederholung vom Dienstag, 5. August, 16:30 - 16:55 Uhr

Mittwoch, 6. August 2003, 09:15 - 09:45 Uhr (WDR)
Die Wiesenkirche in Soest

Wiederholung vom Sonntag, 3. August 2003

ZDF 1Mittwoch, 6. August 2003, 22:15 - 22:45 Uhr
Abenteuer Wissen
Wolkenkratzer gegen Erdbeben und Taifune

Im Ringen mit den Kräften der Natur sind die Taiwanesen kampferprobt und Opfer gewohnt. Die Liste schwerer Erdbeben ist lang, bis zu 3000 Mal jährlich wackelt hier die Erde, denn die Insel liegt genau auf der Schnittstelle zweier tektonischer Platten. Beim letzten schweren Beben vor vier Jahren stürzte sogar ein ganzes Hochhaus einfach um. Und wenn gerade die Erde nicht bebt, drohen Taifune. Etwa drei Mal im Jahr rasen sie mit bis zu 250 Stundenkilometern über die Insel. Ausgerechnet hier wird gerade der bisher größte Wolkenkratzer der Welt gebaut. Aus wirtschaftlicher Sicht sind Gebäude dieser Höhe längst nicht mehr effizient, gelten regelrecht als ökonomischer Wahnsinn. Der 101 Stockwerke hohe Wolkenkratzer in Taiwans Hauptstadt Taipeh ist auch eine psychologische Herausforderung, ganz besonders nach dem Anschlag auf das World Trade Center. Er ist der erste Extrembau, der seit jenem 11. September 2001 fertig gestellt wird. Wie gehen Konstrukteure, Initiatoren und Mieter mit der neuen Angst um? Was haben sie aus der Katastrophe gelernt?

Dem 'Abenteuer Wissen'-Team wurden Einblicke gewährt, die bisher noch keinem anderen Filmteam ermöglicht wurden. Außerdem geben 3D-Animationen exklusive Blicke ins Innere des 508 Meter hohen Riesen und veranschaulichen die aufwändigen Sicherheitskonstruktionen.
ZDF / Taipei Financial Center / Kranabsturz / Skyscrapers

swr 1Donnerstag, 7. August 2003, 06:00 - 06:45 Uhr
Terra Fantastica - Alles was spannend ist
Rätsel der Vergangenheit - Die chinesische Brücke

Ein altes Ölgemälde als Vorlage, ein paar altertümliche Hilfsmittel und viel Enthusiasmus - das sind die Zutaten, mit denen sich ein internationales Team von Brückenbau-Experten an den Bau einer 900 Jahre alten Holzbrücke macht. Die bekannteste der sogenannten Regenbogenbrücken ist auf einem alten Gemälde festgehalten. Es stammt aus der Song-Dynastie und ist in China bekannt wie im Westen die Mona Lisa. Die Brücke bildet eine Bogenform aus geraden Holzbalken - eine Konstruktion, die es nach den Gesetzen der Statik eigentlich gar nicht geben dürfte. Wie die Brücke gebaut wurde, ist bis heute ein Geheimnis. Ort des Geschehens ist Jinze, ein kleiner Vorort der boomenden Megacity Shanghai. Hier soll die Brücke bei laufendem Bootsverkehr über einen 12 Meter breiten Kanal geschlagen werden. Mit Hilfe des Gemäldes gelingt den Brückenbauern zunächst die Rekonstruktion eines Modells. Doch vor Ort erweisen sich alle Pläne schnell als Makulatur.
SWR

phoenix 2Freitag, 8. August 2003, 21:00 - 21:30 Uhr
Brücken dieser Erde - Folge 4 von 6
Die Alamillobrücke - Sevilla, Spanien

Film von Viktor Stauder, 2003
Wiederholung am Samstag, 9. August 2003, 10:00 - 10:30 Uhr

Santiago Calatrava ist ein herausragendes Beispiel für jemanden, dem die Verbindung von Technik und Ästhetik gelungen ist. Calatravas Arbeiten vereinen kühne Konstruktionen mit ausgeprägt architektonischen Formen. Sein berühmtester Brückenentwurf ist anlässlich der Expo 1992 in Sevilla realisiert worden: Die Alamillobrücke, eine Schrägseilbrücke mit einem Tragwerk von 200 Metern Weite, das über 13 Zwillingskabel mit einem 140 Meter hohen Stahlturm, einem Pylon, verbunden ist.
Phoenix / Info / Calatrava 1 / Calatrava 2 / BuchTIPP

Samstag, 9. August 2003, 02:10 - 02:40 Uhr (Arte)
Baukunst - Folge 5 von 12
Die Pariser Opéra Garnier

Wiederholung vom Samstag, 2. August 2003

Samstag, 9. August 2003, 10:00 - 10:30 Uhr (Phoenix)
Brücken dieser Erde - Folge 4 von 6
Die Alamillobrücke - Sevilla, Spanien

Wiederholung vom Freitag, 8. August 2003

swr 2Samstag, 9. August 2003, 19:15 - 19:45 Uhr
Das Heim aus dem Katalog - Eine Geschichte des Fertighauses

Wiederholung am Sonntag, 10. August 2003, 03:30 - 04:00 Uhr

Pappendeckelhäuser wurden sie einst genannt. Heute kaufen sich die meisten aller Bauwilligen ein Fertighaus. Das Haus aus dem Katalog hat sich zum maßgeschneiderten Modell weiterentwickelt. Einige sind mit Designpreisen ausgezeichnet worden. Sogar Öko-Fertighäuser gibt es mittlerweile. Der Film von Katharina Prokopy begleitet eine Familie auf den wichtigsten Etappen ihres Hauskaufs und erzählt in Rückblenden die Geschichte des Fertighauses. In den 20er und 30er Jahren stand das industriell hergestellte Haus für Fortschritt und Moderne. Sozial engagierte Architekten wie Le Corbusier und Walter Gropius sahen darin die Chance, schnell und preiswert Wohnraum für viele Menschen zu schaffen. Aus dieser Zeit stammt ein Holzfertighaus, das heute im Schwarzwald in der Nähe von Alpirsbach steht. Hergestellt wurde es in den Deutschen Werkstätten in Dresden Hellerau. Dieses frühe Beispiel für ein schön gestaltetes Fertighaus von hoher handwerklicher Qualität wurde wegen seiner Einzigartigkeit zu einem Kulturdenkmal erklärt. 1947 initiierten die Amerikaner eine Fertighausausstellung in Stuttgart-Zuffenhausen. Sechs der achtzehn Fertighäuser dieser ehemaligen Mustersiedlung sind erhalten. Die frühen Fertighäuser rücken zunehmend in den Blickwinkel der Denkmalschützer.
SWR

arte 3Samstag, 9. August 2003, 20:15 - 20:45 Uhr
Baukunst - Folge 6 von 12
Das Bauhaus von Dessau

Dokumentation von Richard Copans, Stan Neumann, Frankreich 2000
Wiederholung am Dienstag, 12. August 2003, 14:00 - 14:30 Uhr
Wiederholung am Donnerstag, 14. August 2003, 02:10 - 02:40 Uhr

Dessau liegt zwei Zugstunden von Berlin entfernt. Hier entstand 1926 nach Entwürfen von Walter Gropius die Hochschule für Gestaltung, das Bauhaus. Gegründet wurde es 1919 in Weimar in einem bereits existierenden öffentlichen Gebäude. Aus politischen Gründen - Druck vonseiten der örtlichen Rechten - wurde es aber 1925 nach Dessau verlegt, wo der Stadtrat Gropius Mittel für die Errichtung des neuen Bauhaus-Komplexes zur Verfügung stellte. Das eigenartige Gebäude mit seinen geradwinkligen Glasfassaden und seinen Flachdächern sollte zu einem der markantesten Beispiele der Architektur des 20. Jahrhunderts werden. Ziel des Bauhauses war es, die Trennung von Kunst und Produktion durch eine Rückkehr zum Handwerk zu überwinden und unter Einbeziehung verschiedenster Disziplinen eine neue industrielle Formgebung zu schaffen. Schon 1926, ein Jahr nach Baubeginn, galt das Bauhaus, das Stadt, Fabrik und Schule zu einer Einheit verbindet, als Gropius' Hauptwerk. Doch es wurde schnell zum Politikum und musste 1932, nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Dessau, nach Berlin umziehen, wo es letztendlich geschlossen wurde. Der Plan, das als Provokation empfundene Gebäude teilweise abzureißen, wurde schließlich fallengelassen, und die Nationalsozialisten nutzten das Bauhaus als Ausbildungsstätte für ihre Parteikader. Auch den Kommunisten gefiel das Bauhaus nicht, doch auch sie wagten nicht, es abzureißen und ließen in den 50er Jahren die durch Bombardierungen beschädigten Gebäudeteile notdürftig ausbessern. Erst 20 Jahre später wurde das Bauhaus restauriert. Gropius ließ sich in den USA nieder und gelangte dort als radikaler Erneuerer der amerikanischen Architektur zu Berühmtheit.

Im Bauhaus Dessau ist aktuell die Ausstellung 'Bauhausstil: Zwischen International Style und Lifestyle - Ausstellung zur Kultur der Moderne' (23. Mai bis 16. November 2003) zu sehen. Seit 1996 gehört das Bauhausgebäude zum UNESCO-Weltkulturerbe und wird seitdem saniert. Eine ständige Ausstellung über die Arbeiten an dem Gebäude zeigt das Bauhaus in Dessau unter dem Titel 'Die Sanierung des Bauhausgebäudes in Dessau'. Das Bauhaus Archiv Museum für Gestaltung in Berlin zeigt außerdem die ständige Ausstellung 'Das Bauhaus - Weimar Dessau Berlin - 1919-1933'.
Arte / Bauhaus Dessau / Bauhaus Archiv / BuchTIPP 1 / BuchTIPP 2

Sonntag, 10. August 2003, 03:30 - 04:00 Uhr (SWR3)
Das Heim aus dem Katalog - Eine Geschichte des Fertighauses

Wiederholung vom Samstag, 9. August 2003

rbbr 1Sonntag, 10. August 2003, 04:50 - 05:20 Uhr
Persius in Potsdam - Der Architekt des Königs

Wiederholung am Dienstag, 12. August 2003, 04:45 - 05:15 Uhr
Wiederholung am Mittwoch, 13. August 2003, 05:20 - 05:50 Uhr
Wiederholung am Donnerstag, 14. August 2003, 06:00 - 07:15 Uhr

In diesem Jahr feiert die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten den 200. Geburtstag des Baumeisters Ludwig Persius mit einer großen Ausstellung im Babelsberger Schloss (20.7. bis 19.10.). Der Potsdamer Ludwig Persius wurde nur 42 Jahre alt. Trotzdem hat er wie kein anderer das Bild seiner Heimatstadt geprägt. Die Friedenskirche in Sanssouci, das maurische Dampfmaschinenhaus in der Havelbucht, die Sacrower Heilandskirche und das Bornstedter Gotteshaus sowie viele Potsdamer Villen stammen von ihm. Der Schüler Karl Friedrich Schinkels wurde nach dessen Tod Hofbaumeister des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. Er erhielt als einziger den Titel 'Architekt des Königs'.
RBB Brandenburg / Ausstellung

arte 7Sonntag, 10. August 2003, 14:00 - 14:45 Uhr
Kreativ - Künstler hautnah
Patrick Bouchain - Architekt (Frankreich)

Das Magazin zeigt Kunstschaffende sämtlicher künstlerischer Richtungen. Heute u.a. Patrick Bouchain - Architekt (Frankreich). In den vergangenen 20 Jahren machte sich der französische Architekt vor allem mit kulturellen Zweckbauten wie Museen und Theatern einen Namen. Nach dem Theater für den Pferdezirkus Zingaro in Aubervilliers bei Paris entwarf er 1991 das 'Cabaret-volière' für die Wanderbühne von Igor Dromesko. Nun baut er die neue Zirkusschule für den Zirkus von Annie Fratellini.
Arte / Patrick Bouchain

3sat 2Sonntag, 10. August 2003, 21:15 - 21:30 Uhr
Schätze der Welt – Erbe der Menschheit
Monticello (USA) - Die konkrete Utopie

Wiederholung am Sonntag, 17. August 2003, 13:15 - 13:30 Uhr (SWR)

Der Politiker Thomas Jefferson sah die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika, in der er allen Menschen das Recht auf Freiheit und Selbstbestimmung bescheinigte, als ersten Schritt in eine umfassende, geistig-kulturelle Unabhängigkeit vom britischen Mutterland. Deren sichtbares Zeichen sollte für den Architekten Jefferson eine neue, am Neoklassizismus orientierte Architektur sein, die sich stolz von dem, wie er sagte, 'missgestalteten Haufen kolonialer Architektur' abhob. Mit seinem Landsitz Monticello, im Westen Virginias gelegen, kreierte der präsidiale Architekt sozusagen den Prototyp dafür. Das Haus, an dem er sein halbes Leben baute, wurde zum Sinnbild seiner politischen und ästhetischen Ideale und somit zu einer konkreten Utopie des überzeugten Aufklärers. Der zweite, grosse Lebenstraum des Thomas Jefferson nahm 10 Jahre vor seinem Tod – ebenfalls neoklassizistische – Formen an. Mit dem Bau der Universität von Virginia vollendet der Autodidakt am Ende seines Lebens gewissermassen die Unabhängigkeitserklärung, die, als Grundrecht eines jeden, das Streben nach Glück festschreibt. Ohne Bildung ist für ihn dieses Streben erfolglos, denn nur sie ermöglicht eine sinnvolle Partizipation am Staat. Mit Monticello und der Universität von Virgina hat Thomas Jefferson zwei herausragende Kunstwerke geschaffen, die seine Ideale der Aufklärung spiegeln und von den gleichen Prinzipien inspiriert sind wie seine Unabhängigkeitserklärung.
3sat / Info / Monticello

Dienstag, 12. August 2003, 02:15 - 02:45 Uhr (Arte)
Baukunst - Folge 5 von 12
Die Pariser Opéra Garnier

Wiederholung vom Samstag, 2. August 2003

Dienstag, 12. August 2003, 04:45 - 05:15 Uhr (RBB Brandenburg)
Persius in Potsdam - Der Architekt des Königs

Wiederholung vom Sonntag, 10. August 2003

Dienstag, 12. August 2003, 14:00 - 14:30 Uhr (Arte)
Baukunst - Folge 6 von 12
Das Bauhaus von Dessau

Wiederholung vom Samstag, 9. August 2003

hr 2Dienstag, 12. August 2003, 14:15 - 14:45 Uhr
Bauen und Energie - Folge 2 von 4
Kork

Die Sendung über die historische und wirtschaftliche Bedeutung von Kork berücksichtigt dabei auch, welche Rolle die Korkeiche heute spielt und wie sich ihr mögliches Verschwinden ökologisch auswirken könnte. Die Sendung beschreibt die Gewinnung des Naturstoffes Kork - Ernte, Transport, Eigenschaften -, die Weiterverarbeitung und die Vielzahl von Produkten aus Kork - etwa Flaschenverschlüsse, Dämmplatten, Dichtungen - auch im Hinblick auf die besonderen Eigenschaften von Kork. Schließlich werden an Beispielen das Recycling von Kork und die Verwendung von Korklehmsteinen und Korkschrot als Dämmstoff im Baubereich erklärt.
HR3

Mittwoch, 13. August 2003, 05:20 - 05:50 Uhr (RBB Brandenburg)
Persius in Potsdam - Der Architekt des Königs

Wiederholung vom Sonntag, 10. August 2003

Donnerstag, 14. August 2003, 02:10 - 02:40 Uhr (Arte)
Baukunst - Folge 6 von 12
Das Bauhaus von Dessau

Wiederholung vom Samstag, 9. August 2003

Donnerstag, 14. August 2003, 06:00 - 07:15 Uhr (RBB Brandenburg)
Persius in Potsdam - Der Architekt des Königs

Wiederholung vom Sonntag, 10. August 2003

rbb 2Donnerstag, 14. August, 20:45 - 21:15 Uhr
Olympiastadion Berlin - Der Umbau
Eine Legende mit Zukunft

Das Berliner Olympiastadion wird umgebaut. Fürs tausendjährige Reich war es geplant, nach 65 Jahren ist es baufällig. Jetzt entsteht eine hypermoderne Arena, bei gleichzeitigem Erhalt der denkmalgeschützten Bausubstanz - ein High-Tech-Bauwerk in historischem Gewand. Die gesamte Stahlbeton-Konstruktion des Stadions wird saniert. Der Film schildert die technischen Probleme, die Etappensiege, die Rückschläge und kleinen Geschichten, die es rund um ein so gewaltiges Bauprojekt gibt. Die Hälfte der Arbeit ist geschafft. Zeit für eine Zwischenbilanz der ersten zwei Jahre.
RBB Berlin

rbb 3Donnerstag, 14. August, 21:15 - 21:30 Uhr
Schätze der Welt – Erbe der Menschheit
Der Kölner Dom

Unter den grossen Kirchen der Welt verkörpert der Kölner Dom den Typus der hochgotischen Kathedrale am reinsten und vollkommensten – und das trotz einer Bauzeit von 632 Jahren. Von 1248 bis 1560 mühten sich die mittelalterlichen Meister um das riesige Werk, das sie schliesslich nur zur Hälfte fertigstellen konnten. Der Dom war nicht nur das damals höchste Bauwerk der Welt, sondern er ist bis heute eine der grössten Kirchen der Christenheit und Kölns geliebtes Wahrzeichen.
RBB Berlin / Info / Kölner Dom

rbbr 2Freitag, 15. August, 12:45 - 13:30 Uhr
Häuser mit Gesicht und Seele
Bauernhäuser in Südbrandenburg


Traditionelle Block- und Fachwerkhäuser halten im Gegensatz zu den heutigen Fachwerkhäusern länger als 200 Jahre. Doch wer beherrscht heute noch die Kunst, ohne Architekten und ohne Bauzeichnung zu bauen - nur mit Schrotsäge, Axt und Beil, aus Eichen, Kiefern und Erlen und ohne einen einzigen Eisennagel? Doch da, wo es sie noch gibt, scheinen sie für heutige, grosse Pläne zu klein. Vielerorts sind sie aus den Dörfern verschwunden. Autorin Iduna Wünschmann und Kameramann Werner Peter begaben sich auf die Suche nach den letzten Bauernhäusern in Südbrandenburg. Sie haben Häuser mit Gesicht und Seele entdeckt, die Geschichten erzählen können.
RBB Brandenburg

3sat 3Freitag, 15. August 2003, 14:00 - 14:15 Uhr
Architektenstreifzüge
Das Felix-Nussbaum-Haus in Osnabrück

Film von Michael Sutor

Architektur betrifft jeden. Wir leben und arbeiten in Gebäuden, die Werke von Architekten prägen das Bild der Städte und Dörfer. Die Architektur gilt als Königin der Künste, und doch ist sie in der öffentlichen Wahrnehmung und Diskussion vergleichsweise an den Rand gedrängt. Die neue Reihe "ArchitekturStreifzüge" will ein Zeichen setzen und den Blick schärfen für die Qualität alter und neuer Bauwerke. Acht herausragende Beispiele, alle aus Niedersachsen, werden in jeweils einer viertelstündigen Folge vorgestellt. Eine bunte Mischung, die von der romanischen Stiftskirche Königslutter bis zum dekonstruktivistischen Neubau des Felix-Nussbaum-Hauses in Osnabrück reicht. Die "ArchitekturStreifzüge" wollen nicht dozieren und belehren, sondern vor allem die sinnlichen Qualitäten von Architektur vermitteln. Alle Beiträge sind geprägt von einer opulenten Optik mit aufwendigen Kamerafahrten. Architekten, Restauratoren und Denkmalpfleger kommen zu Wort.

Die erste Folge stellt das Felix-Nussbaum-Haus in Osnabrück vor, das verkantet und zerklüftet mitten im historischen Museumsviertel der Stadt für Aufregung sorgt. Architekt Daniel Libeskind erläutert sein Konzept, das er "Museum ohne Ausgang" nennt: Das Felix-Nussbaum-Haus ehrt den Maler Felix Nussbaum, der Opfer der Judenverfolgung der Nationalsozialisten wurde.
3sat / Felix-Nussbaum-Haus / Felix-Nussbaum-Haus virtuell / Daniel Libeskind

phoenix 3Freitag, 15. August 2003, 21:00 - 21:30 Uhr
Brücken dieser Erde - Folge 5 von 6
Die Ganterbrücke - Wallis, Schweiz

Film von Viktor Stauder, 2003
Wiederholung am Samstag, 16. August 2003, 10:00 - 10:30 Uhr

Christian Menn setzte die spektakuläre Brücke in die reizvolle Naturlandschaft des tief eingeschnittenen Gantertals im schweizerischen Wallis. Technisch ist sie eine Herausforderung, gestalterisch ein Wagnis. Als die Ganterbrücke Ende 1980 nach vier Jahren Bauzeit eröffnet wurde, erntete sie Anerkennung und Bewunderung: 678 Meter Gesamtlänge und eine Hauptöffnung von 174 Meter Spannweite, die genau in der Mitte des symmetrischen S-förmigen Grundrisses liegt. Die Ganterbrücke ist eine Kombination aus Balkenbrücke und Schrägseilbrücke und kann im Bedarfsfall bis zu 50 Zentimeter Richtung Berg zurück in ihre korrekte Position geschoben werden.
Phoenix / Christian Menn / BuchTIPP

vox 1Samstag, 16. August 2003, 00:50 - 05:40 Uhr
NZZ Format - Die Kunstnacht
u.a. Ettore Sottsass - Der Sinn der Dinge

Beiträge: Alberto Giacometti - Die Augen am Horizont / James Lord - Kunst und Leidenschaft / Balthus - glatte, reiche Schönheit / Ettore Sottsass - Der Sinn der Dinge / Italia Bella - die Poebene: Verdi in der Luft / Paris mon amour - Die enthüllte Stadt / Paris mon amour - Im Rausch der Sinne

1969 wurde der Designer und Architekt Ettore Sottsass schlagartig weltberühmt - mit der tragbaren, knallroten Schreibmaschine Valentine (1969). Viele Design-Klassiker folgten, 1980 gründete Sottsass die revolutionäre Gruppe Memphis und noch heute beeinflusst der große Anreger und Unruhestifter die Welt der Dinge und die Sprache der Architektur.
Vox / NZZ Format / Sottsass Associati

Samstag, 16. August 2003, 10:00 - 10:30 Uhr (Phoenix)
Brücken dieser Erde - Folge 5 von 6
Die Ganterbrücke - Wallis, Schweiz

Wiederholung vom Freitag, 15. August 2003

br 1Samstag, 16. August, 15:15 - 16:00 Uhr
Bayerische Hauslandschaften
Kolonistenhäuser im Donaumoos

Bayerns Dörfer verändern sich. Alte Häuser und Scheunen, Ställe und Anbauten verschwinden mehr und mehr, dafür entstehen Neubaugebiete mit Häusern. "Vor allem im ländlichen Raum ist trotz aller staatlicher Förderprogramme der Bestand an originalen Bauernhäusern ganz erheblich zurückgegangen", beschrieb Dieter Wieland Mitte der 90er Jahre die Situation in Bayern. Und er machte sich auf, letzte Zeugen alter ländlicher Baukultur, die die hohe Qualität und Vielfalt bayerischer Hauslandschaften repräsentieren, noch einmal im Bild festzuhalten. Die Reihe über bayerische Baukultur beginnt mit den Kolonistenhäusern im Donaumoos. Vor gut 200 Jahren rief der bayerische Kurfürst Karl-Theodor Siedler ins Moos zwischen Neuburg, Ingolstadt und Schrobenhausen, das in einem gross angelegten Kultivierungsprojekt entwässert und in Ackerland verwandelt werden sollte. Es entstand eine Reissbrettlandschaft mit schnurgeraden Kanälen, Strassen und kilometerlangen Strassendörfern. Die Häuser der neuen Kolonisten waren alle vom gleichen Typ, fast wie Fertighäuser in Serie gebaut, nur ein Geschoss, weil der weiche Moorboden kein grosses Gewicht tragen konnte, darüber schon das Dach. Die Geschichte der Donaumooskolonisten ist keine gute Geschichte, eine Geschichte von Armut und Hunger bis weit ins 20. Jahrhundert hinein. Eine Geschichte, an die man nicht gern erinnert wird. Und so sind auch fast alle Kolonistenhäuser neuen und grösseren Bauten gewichen.
BR3

arte 4Samstag, 16. August 2003, 20:15 - 20:45 Uhr
Baukunst - Folge 7 von 12
Peter Zumthor - Die Felsentherme von Vals in Graubünden

Dokumentation von Richard Copans, Stan Neumann, Frankreich 2000
Wiederholung am Dienstag, 19. August 2003, 02:20 - 02:45 Uhr

Die kleine Schweizer Gemeinde Vals liegt in Graubünden zwischen Zürich und Locarno. Seit hundert Jahren ist sie durch die Nutzung ihrer warmen Bergquelle, vor allem für ein Thermalbad, bekannt. In den 80er Jahren ging der Besuch des Touristenkomplexes ständig zurück. Daraufhin beschloss die Gemeinde, ein neues Thermalbad zu bauen, und Peter Zumthor gewann den dafür ausgeschriebenen Wettbewerb. Die Therme wurde 1996 eröffnet und schon zwei Jahre später unter Denkmalschutz gestellt.

Das von Zumthor entworfene Gebäude ist ein Quader, der zur Hälfte im Berghang zu verschwinden scheint. Von der Straße aus, die weiter unten das Dorf durchquert, sieht man nur eine große Mauer, die aus flachen Steinen zu bestehen scheint und breite, eher spaltenals fensterförmig wirkende Öffnungen aufweist. Aus der Nähe erkennt man übereinandergeschichtete Steinplatten. Das für die 60.000 Steinplatten verwendete Material ist Valser Quarzit. Die Steinplatten ziehen sich die 60 Meter langen Mauern, das Innere der großen Bäder und die Terrassenseiten entlang. Peter Zumthor sieht die Architektur als eine Hülle, ein Behältnis, das auf das Leben reagiert, auf den Rhythmus der Schritte auf dem Stein, die Konzentration bei der Arbeit oder die Ruhe des Schlafes. Hier bilden Stein und Wasser das Grunderlebnis des Kurgastes. Die Geschichte der neuen Thermen von Vals scheint sich glücklich zu gestalten: Die Gäste strömen in Massen herbei, die Hotelbelegung ist schlagartig angestiegen, und die Architektur triumphiert. Doch damit nicht genug: Das neue Bad zieht eine neue Kundschaft an, das Hotel muss renoviert werden, und Zumthor denkt schon über den Entwurf nach.
Arte / Therme Vals

swr 3Sonntag, 17. August 2003, 02:50 - 03:05 Uhr
Wohnen in Lehmhütten, Palästen und Beton
Eine kleine Architekturgeschichte

Das Thema Architektur beginnt in der kleinen italienische Stadt Alberobello mit den sogenannten Trulli: klug durchdachte Architektur von hoher Kunstfertigkeit: ohne Mörtel wurden hohe Gewölbe aus Steinquadern geformt, unter den Kegeldächern befand sich der Vorratsspeicher für das Getreide. Außen wurden sie zum Schutz vor dem Regen, schuppenartig mit einem Kranz von Bruchsteinplatten belegt. Über 1.400 Trulli prägen heute noch das Gesicht der italienischen Stadt Alberobello, die 1996 in die Weltkulturerbe-Liste aufgenommen wurde. Raoul Schrott und der Architekt Gert Kähler aus Hamburg begeben sich auf eine Zeitreise durch die Baukunst: Lehmbauten in Shibam, Brüsseler Jugendstilhäuser von Horta, das Bauhaus und Brasilia, sie alle sind Objekte menschlicher Wohnkultur, ein Zusammenspiel von Ort, Zeit und Material.
SWR / Alberobello / I trulli di Puglia / Horta-Häuser / Horta-Museum / Brasilia

Sonntag, 17. August 2003, 13:15 - 13:30 Uhr (SWR)
Schätze der Welt – Erbe der Menschheit
Monticello (USA) - Die konkrete Utopie

Wiederholung vom Sonntag, 10. August 2003, 21:15 - 21:30 Uhr

orf2 1Sonntag, 17. August 2003, 23:30 - 00:15 Uhr
Das Haus – Ein Leben  
Architekturland Steiermark

In der Architektur ist Österreich ein 'global player'. Und hier ist es wiederum gerade die Steiermark, die die meisten berühmten österreichischen Architekten hervorgebracht hat: Günter Domenig etwa spielte sich mit seinem Nürnberger 'Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände' in die erste Liga der Weltarchitekten. Ihn und seine kongenialen Kollegen aus dem Steirerland porträtiert die Dokumentation von Felix Breisach. Konrad Freys Kunsthaus in Mürzzuschlag ist im Kern um eine gotische Kirche gebaut. Dietmar Feichtingers Fußgängerbrücke über die Seine in Paris fügt sich harmonisch in eines der berühmtesten Architekturensembles der Welt ein. Karla Kowalski und Michael Szyszkowitz wurden für ihre Wohnbausiedlung in Gelsenkirchen mit Preisen überhäuft. Alle diese Bauten zeichnen sich durch eine radikale Sachlichkeit aus. Aber gibt es auch einen typisch 'steirischen Stil' in der Architektur?
ORF2 / Steiermark / Domenig / Konrad Frey / Dietmar Feichtinger / Szyszkowitz + Kowalski

bralpha 1Montag, 18. August 2003, 21:00 - 21:45 Uhr
Südsee-Architektur - Bautraditionen auf Samoa und Fidschi

Dokumentation von Ulrike Herbig und Andrea Rieger

Klimatisch bedingt, hat sich auf den Inseln im Pazifik eine offene Form des Wohnens entwickelt. Die verschiedenen Haustypen der hochentwickelten Kultur wurden innerhalb eines Projektes der TU Wien dokumentiert.
BR alpha

Dienstag, 19. August 2003, 02:20 - 02:45 Uhr (Arte)
Baukunst - Folge 7 von 12
Peter Zumthor - Die Felsentherme von Vals in Graubünden

Wiederholung vom Samstag, 16. August 2003

hr 3Dienstag, 19. August 2003, 14:15 - 14:45 Uhr
Bauen und Energie - Folge 3 von 4
Niedrigenergiehäuser

Anhand von 15 Beispielen arbeitet der Film die Grundsätze für die Niedrigenergie-Bauweise heraus.
HR3 / Fraunhofer Institut: Niedrigenergiehäuser

pro7 1Dienstag, 19. August 2003, 22:20 - 23:15 Uhr
Die Selberbauer - Anders wohnen

Wiederholung am Donnerstag, 21. August 2003, 22:20 - 23:15 Uhr

Nicht jeder steht auf gerade Wände und Ikea-Möbel. Alternativen gibt's genug. 'Die Selberbauer' zeigt, wie sich drei Deutsche mit viel Mut, Hartnäckigkeit und Fantasie ihren Traum vom 'Anders Wohnen' erfüllen. Da ist z.B. der Hamburger Steuerberater und Hobby-Segler Uli Sehnke. Sein Traum: Er will - wie einst Sonny Crocket in 'Miami Vice' - auf einem Boot leben. Also mietet er die MS Seewolf von seinem Segel-Freund Hajo Penther. ProSieben ist dabei, wenn das 16 Meter lange und vier Meter breite Boot aus dem Jahr 1939 umgebaut und auf Vordermann gebracht wird. Achtern entsteht das Schlafzimmer, vorne im Bug das Wohnzimmer. Zum Anbringen der Radarantennen legen Sehnke und seine Freunde den sechs Meter hohen Mast um, dann streichen sie Deck und Bordwand. Auf der Brücke richtet sich der 35-Jährige einen kleinen Arbeitsbereich ein. Sein Büro in der Stadt behält er, doch so kann er auch an Bord arbeiten.

Auch Max Harter will nicht konform wohnen. Der 40-jährige ist einer der angesagtesten und teuersten Friseure Münchens und lebt seit 18 Jahren in einem Haus am Stadtrand. 'Mad Max' - so heißt auch sein Salon - hasst alles Gerade. Deshalb sind auch alle Wände in seinem Haus schräg. Zurzeit gestaltet er den Flur im Erdgeschoss um, indem er die Wände mit Hasengitter und Ytong aufbaut und komplett mit Gips bearbeitet und dann alles glatt spachtelt und bemalt ...

Bine Brändle schließlich wohnt in einem ehemaligen Bahnhofshäuschen in Ulm. Die 27-Jährige, bekannt als Deko-Expertin des ProSieben-Magazins 'AVENZIO - Schöner leben!', renoviert gerade die brüchige Außenfassade. Aber nicht mit Spachtelmasse, sondern mit bunten Fliesen, die sie zerschlägt und dann wie ein Mosaik auf die abgebröckelten Stellen klebt ...
Pro7

bralpha 2Dienstag, 19. August 2003, 23:45 - 00:30 Uhr
Balthasar Neumann
Vom Glockengiesser zum Architekten in Würzburg

Balthasar Neumann, der aus Eger stammte, war gelernter Glockengiesser. Sozusagen als Spätberufener studierte er Mathematik, Feldmesserei und Baukunst. Er war Offizier bei Prinz Eugen. Von Philipp Franz von Schönborn nach Würzburg berufen, plante er die neue Residenz, da die alte Festung Marienberg, bisheriger Sitz der Fürstbischöfe, nicht mehr zeitgemäss war. Der Residenz folgten Bauten in Wien sowie Schlösser, Kirchen, Klöster, Bürgerhäuser, auch Brücken und Festungen. Sie gehören zu den bedeutendsten Bauwerken Bayerns und Deutschlands. Neumann starb im Alter von 66 Jahren am 19. August 1753 in Würzburg.
BR alpha / Biografie

3sat 8Mittwoch, 20. August 2003, 18:05 - 18:30 Uhr
Der Baulöwe von Chur

Film von Roland Huber

Thomas Domenig ist einer der reichsten Schweizer. Der Architekt hat Chur mit Hochhäusern überzogen und die Liegenschaften gleich selbst behalten. So ist ein riesiges Immobilien-Imperium zusammengekommen. Vor zehn Jahren hat Domenig Chur den Rücken gekehrt und ist in die Wüste gegangen: In Namibia hat er einen riesigen Tierpark mit mittlerweile 1.500 Tieren. Die Churer Baukommission fürchtet sich, wenn der Baulöwe wieder einmal einen kurzen Abstecher in die Schweiz unternimmt. Garantiert hat er ein neues Bauprojekt in der Hinterhand.
3sat

bralpha 3Mittwoch, 20. August 2003, 21:00 - 21:45 Uhr
Bizauer Gespräche 2003
Kunst und Architektur

Dokumentation von Johannes Schmidle

In der kleinen Gemeinde Bizau im Bregenzerwald diskutierten im Juni drei Tage lang Architekten, Künstler und Interessierte über das Verhältnis von Kunst und Architektur, von Architekten und Künstlern und über die Beziehung von „Kunst und Bau“. Im Zentrum der Veranstaltung standen zahlreiche Vorträge und Diskussionen. Auf dem Programm standen Diskussionen mit Wolfgang Häusler (Kunstmanager, München) Hans Zwimpfer (Architekt, Basel) Christoph Mayr-Fingerle (Architekt, Bozen) und Olaf Metzel (Künstler, München) sowie eine Podiumsrunde zum Thema "Kunst und Architektur" mit Friedrich Achleitner, Hermann Kaufmann, Olaf Metzel, Franz Morak, Eckhard Schneider und Hans Zwimpfer. Im Zuge der Veranstaltung legte das Land Vorarlberg fest, in Zukunft für jeden Hochbau des Landes auch Künstler zur Gestaltung einzuladen und 1,0 Prozent der Bausumme für Kunst auszugeben. Inzwischen ist dafür ein Beirat eingerichtet.
BR alpha / Bizauer Gespräche 2003

Donnerstag, 21. August 2003, 22:20 - 23:15 Uhr (Pro7)
Die Selberbauer - Anders wohnen

Wiederholung vom Dienstag, 19. August 2003

3sat 4Donnerstag, 21. August 2003, 23:50 - 00:05 Uhr
ArchitecTour de Suisse
Rino Brodbeck & Jacques Roulet

Film von Stephane Goel

Bei ihrem Bau für die Weltorganisation für Meteorologie in Genf, gelang es den Westschweizer Architekten Rino Brodbeck und Jacques Roulet eine aussergewöhnliche Form mit einem innovativen Energiekonzept zu vereinen. Das Zusammenspiel von Funktionalität, Ästhetik, Lebensqualität und umweltgerechter Raumnutzung ermöglicht den 700 Angestellten dieses meteorologischen Instituts das Arbeiten in einer natürlichen Klimatisierung. Eine Bestätigung für die Arbeitsphilosophie der beiden Architekten, die sich als pragmatisch bezeichnen und ihre architektonischen Ideale nicht vor die Menschen und ihre Lebensweise stellen.
3sat / Brodbeck & Roulet

3sat 5Freitag, 22. August 2003, 15:00 - 15:50 Uhr
Der Kampf gegen das Überflüssige
Der Architekt Adolf Loos

Adolf Loos (1870-1933) war Architekt, trat aber auch als Kulturreformer auf, der gegen das Überflüssige kämpfte. Doch obwohl er gegen den Zierrat an den Fassaden polemisierte, setzte er selbst Ornamente bei seinen Bauten, wo es ihm sinnvoll und notwendig erschien, ein. Die Ausstattungen der Villen und Einfamilienhäuser, die er errichtete oder umbaute, zeugen von seinem Sinn für das Behagliche. Er war einer der großen Erneuerer der Architektur, aber ein Architekt, der verhältnismäßig wenig gebaut hat. Eines seiner Hauptwerke ist das Haus auf dem Wiener Michaelerplatz. Mit 'Der Kampf gegen das Überflüssige' erinnert 3sat an den 70. Todestag von Adolf Loos am 23. August.
3sat

Freitag, 22. August 2003, 21:00 - 21:30 Uhr
Brücken dieser Erde - Letzte Folge
Die Québec-Brücke - Kanada

Film von Viktor Stauder, 2003
Wiederholung am Samstag, 23. August 2003, 10:00 - 10:30 Uhr

Die Stadt Quebec wollte ihrer aufstrebenden Rivalin, Montreal, nicht kampflos die wirtschaftliche Vormachtstellung im Land überlassen: 1899 schlug der Chefingenieur Theodore Cooper eine Auslegerbrücke aus Stahl mit 488 Metern Spannweite und 183 Metern langen Seitenspannen über den St. Lorenz-Strom vor. Eine technische Sensation, die das im Jahre 1904 begonnene Bauwerk neben die Pyramiden von Gizeh und dem Koloss von Rhodos in den Rang des 'achten Weltwunders' heben sollte. Mit seiner kühnen Konstruktion der Brücke von Quebec wurde Theodore Cooper zunächst der herausragendste Brückenbauer Amerikas. Aber seine Karriere sollte auch an ihr scheitern.

200 Arbeiter, Indianer, Kanadier und US-Amerikaner, wurden für den Bau an der längsten Auslegerbrücke der Welt angestellt. Während der Arbeiten kam es zu den beiden schwersten Katastrophen, die sich im Brückenbau der Neuzeit ereigneten. Kurz vor Baubeginn änderte Cooper die Baupläne. Um Kosten zu senken und um ihr berühmtes Vorbild, die Forth Brücke in Schottland, zu übertreffen, vergrößerte er die Spannweite der Mittelöffnung der Quebec Brücke um 61 Meter. Damit nahm das erste Unglück seinen Lauf: 1907 stürzte der Ausleger, der bereits über eine Länge von 230 Metern vorgebaut war, in den Strom und riss 76 Männer in den Tod.
Phoenix / Foto

Samstag, 23. August 2003, 10:00 - 10:30 Uhr (Phoenix)
Brücken dieser Erde - Letzte Folge
Die Québec-Brücke - Kanada

Wiederholung vom Freitag, 22. August 2003

br 2Samstag, 23. August 2003, 15:15 - 16:00 Uhr
Bayerische Hauslandschaften
Jurahäuser im Altmühltal

Es sind Häuser, die man eher in einem Mittelmeerdorf vermutet: mit dicken Mauern aus hellgrauen Kalksteinplatten, darauf "wie ein dicker Schuppenpanzer" ein schweres, flachwinkliges Schieferdach. Die Jurahäuser im Altmühltal - ein einzigartiger Haustyp in einem eng begrenzten Landstrich zwischen Treuchtlingen und Kelheim. Hier findet man den in dünnen Platten abgelagerten "Solnhofer Jurakalk". Jahrhundertelang wurden daraus Häuser gebaut, überaus stabil und von schlichter Schönheit, "als hätte sie ein Bildhauer hier hergestellt", schwärmt Dieter Wieland. In den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts gab es noch ganze Dörfer in diesem Baustil. Obwohl Heimatvereine und Künstler damals für ihren Erhalt plädierten, findet man heute nur noch vereinzelte Gebäude, die oft gezielt vernachlässigt werden, um eine Abbruchgenehmigung zu erwirken. Seit 1980 gibt es zwar ein Sonderprogramm für den Erhalt der Jurahäuser mit Zuschüssen vom Bayerischen Kultusministerium, dem Bezirk Oberbayern und dem Landkreis Eichstätt. Doch 1993 genehmigte eben jenes Landratsamt Eichstätt 120 Abbrüche, während über das Sonderprogramm jährlich nur etwa fünf bis sechs Gebäude und 15 Dächer saniert werden können.
BR3

arte 5Samstag, 23. August 2003, 20:15 - 20:45 Uhr
Baukunst - Folge 8 von 12
Frank Lloyd Wright - Das Johnson-Verwaltungsgebäude

Dokumentation von Richard Copans, Stan Neumann, Frankreich 2000
Wiederholung am Dienstag, 26. August 2003, 02:25 - 02:55 Uhr

Als SC Johnson 1936 den Bau eines neuen Firmensitzes beschloss, wandte er sich zunächst an einen ortsansässigen Architekten, zeigte sich jedoch von dessen Projekt im neoklassizistischen Stil mit Nischen und Fassadenfiguren nicht überzeugt. Man riet ihm, sich an Frank Lloyd Wright zu wenden. Es kam zu einer Begegnung zwischen den beiden Männern, und obwohl sie völlig unterschiedliche Ansichten vertraten, fanden sie Gefallen aneinander. Frank Lloyd Wright galt zu dieser Zeit als der größte lebende Architekt. Dabei konnte der 68-Jährige lediglich auf zwei Aufträge verweisen.

Frank Lloyd Wright ein in sich ruhendes Gebäude, das keine Verbindung zur Außenwelt zu haben scheint. Mit seinen fensterlosen Pyrex-Fassaden, langen Backsteinmauern, Rundungen und scheinbar fehlenden Eingängen wirkt der Bau auf den ersten Blick völlig unzugänglich. Von oben gesehen erinnert er an eine Flugzeugspitze oder einen Schiffsrumpf und erhält dadurch einen futuristischen Anstrich. Der Bau artete in einen regelrechten Ideenwettstreit zwischen Bauherr und Architekt aus, wodurch sich die Bauzeit hinauszog. 1944 willigte Johnson, der dringend Forschungslabors zur Erprobung neuer Erzeugnisse benötigte, in Frank Lloyd Wrights Entwurf ein: einen vierzehnstöckigen Turm, der sich über dem Parkhaus erhebt und direkt mit den Büroräumen verbunden ist. Da die Außenwände nicht tragend sind und das Gebäudegleichgewicht auf einer zentralen Säule ruht, wurde der Turm zu einer gewagten technischen Herausforderung und überdauerte seinen Schöpfer nicht: Der Turm ist heute aus Sicherheitsgründen geschlossen, die Labors wurden verlegt. Das Verwaltungsgebäude von Johnson brachte Frank Lloyd Wrights Karriere neuen Aufwind. Als der Architekt 1959 im Alter von 90 Jahren starb, hinterließ er über 30 unvollendete Bauprojekte.

Das Verwaltungsgebäude ist in fast unverändertem Zustand erhalten geblieben. Die Firmenangestellten weihen ihm einen regelrechten Kult. Auch in der Unternehmenskommunikation nimmt das Gebäude weiterhin einen wichtigen Platz ein, denn das Werk Frank Lloyd Wrights ist inzwischen zum Markenzeichen und Label der Firma SC Johnson geworden.
Arte / Gebäude / BuchTIPP

Dienstag, 26. August 2003, 02:25 - 02:55 Uhr (Arte)
Baukunst - Folge 8 von 12
Frank Lloyd Wright - Das Johnson-Verwaltungsgebäude

Wiederholung vom Samstag, 23. August 2003

hr 4Dienstag, 19. August 2003, 14:15 - 14:45 Uhr
Bauen und Energie - Folge 4 von 4
Passivhäuser

Das erste deutsche Passivhaus, ein Vier-Familien-Reihenhaus in Darmstadt-Kranichstein, entstand 1991. An diesem Beispiel werden die Grundzüge des Passivhauses erläutert: Durch extrem guten Wärmeschutz mit einer allumschließenden Dämmhülle ohne Wärmebrücken, eine hohe Luftdichtigkeit und eine kontrollierte Lüftung mit Erdreichwärmetauscher und Wärmerückgewinnung benötigt das Haus keine Heizenergie mehr. Sonnenkollektoren für die Brauchwasser-Erwärmung und sparsamste Haushaltsgeräte minimieren den Energieverbrauch für Warmwasser, Strom und Lüftung. Das Philips-Experimentierhaus in Aachen, Mitte 1975 eingeweiht, gilt als Vorläufer der Null-Energiehäuser. Historische Aufnahmen veranschaulichen das Konzept. Der Schwerpunkt Fenster verdeutlicht heutige Entwicklungsarbeit zur Verbesserung des Passivhaus-Standards: Drei-Scheiben-Spezialverglasung als 'Sonnenfalle' in einem hoch wärmegedämmten Rahmen. Die Vorstellung eines neuartigen Gegenstromwärmetauschers für die Optimierung der Wärmerückgewinnung bei der kontrollierten Lüftung schließt sich an. Ein Passivhaus kann in Massiv- oder Leicht-Bauweise ausgeführt werden. Das Passiv-Holzhaus in Schlüchtern tritt den Beweis an: Der Blower-Door-Test bescheinigt eine Luftwechselrate kleiner 0,1. In Naumburg bei Kassel wird beim Bau der zwei Einfamilien-Passivhäuser in Massivbauweise das System Thermoblock angewand, bei der Wiesbadener Reihenhaussiedlung Lummerlund eine Mischbauweise: Vor eine Stahlbetonkonstruktion wird eine Holzfassade gehängt. Auch beim ersten Passiv-Bürogebäude in Cölbe bei Marburg wurde eine Mischbauweise gewählt: Eine hochgedämmte Außenhülle in Holzkonstruktion ummantelt eine Stahlbetonskelett-Konstruktion.
HR3 / Ökosiedlungen

3sat 6Mittwoch, 27. August 2003, 10:15 - 11:00 Uhr
Wiener Schaubude - Bauwerke und Kunstschätze

In der Zeit des Biedermeiers gab es nicht nur das klassische einstöckige Vorstadthaus, sondern auch die ersten Massenwohnhäuser und Edel-Mietshauskomplexe. Die renommierten Bauhistoriker Roland Schachel und Georg Rizzi zeigen in ihrer Dokumentation ein vielschichtiges Bild der Biedermeierarchitektur, das mit gängigen Klischees aufräumt.
3sat

3sat 7Freitag, 29. August 2003, 00:00 - 00:15 Uhr
ArchitecTour de Suisse
Ivano Gianola

Film von Beat Kuert
 
"Ein Haus wie ein Garten, ein Garten wie ein Haus." - Die Durchdringung von Aussenraum und Innenraum ist das Leitmotiv von Ivano Gianolas Architektur. Im historischen Stadtkern von Mendrisio, wo einst die Ursulinerinnen lebten, befindet sich der Wohn- und Arbeitsort des Architekten. Raffinierte Durchblicke verbinden die an sich getrennten Bereiche des Wohnens und des Arbeitens. Nur wenige Meter entfernt, neben der Kirche der Heiligen Cosma und Damiano, soll Gianolas neues Heim entstehen - "mit dem Himmel als Decke und den Bäumen als Wänden".
3sat

arte 6Samstag, 30. August 2003, 20:15 - 20:45 Uhr
Baukunst - Folge 9 von 12
Alvaro Siza - Architekturfakultät Porto

Dokumentation von Richard Copans, Stan Neumann, Frankreich 2000

Das Institut liegt am Stadtrand und grenzt an den neuen Universitätscampus. Auf den ersten Blick ähnelt die zwischen einer Brücke und der Autobahn nach Lissabon eingekesselte Anlage einer Vorstadtsiedlung. Tatsächlich aber handelt es sich um ein sehr schönes Gelände, am Hang über dem Douro gelegen, wo einst das Großbürgertum die prunkvollsten Villen der Stadt errichten ließ. Von der früheren Pracht ist zwar nicht viel übrig geblieben, doch Alvaro Sizas Bau schafft ständig Bezüge zu dieser Landschaft und dem terrassenförmigen Terrain. Obwohl Siza ein gespanntes Verhältnis zu seinem Gebäude hat, vieles nicht wie geplant realisiert werden konnte und dem Gebäude noch heute der Eindruck des Unfertigen anhaftet, ist es Siza gelungen, die unterschiedlichen und eigenständigen Gebäude zu einem vollkommen in sich geschlossenen Ensemble zusammenzufügen, das sich zugleich auch ausreichend öffnet, um einen ständigen Dialog mit der Außenwelt eingehen zu können. Siza feierte vor Kurzem seinen 70. Geburtstag und die Stadt Madrid ehrte ihn mit der Ausstellung 'Visionen', die in der Canal-Stiftung zu sehen war. Er lebt und arbeitet heute in seiner Heimatstadt Porto.
Arte / BuchTIPP 1 / BuchTIPP 2


Ich suche von Arte die Sendung Baukunst- Die Pariser Opera Garnier,
die am 23. April 2005 ausgestrahlt wurde
[C.Maier | 28.04.2005]

^

@C.Maier: Kann man sich möglicherweise hier ausleihen:
http://www.ub.uni-heidelberg.de/helios/fachinfo/fachref/kunst/video/ku
nstlaender.html
[Martin Schnitzer | 30.04.2005]

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