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ArchiTV - TV-Programm Juli 2003

(Aktualisiert 26. Juli 2003) Hier finden Sie wieder die interessantesten Fernsehsendungen rund um das Thema Architektur und Bauen im Monat Juli 2003. Da läuft mehr als man denkt! Ausserdem finden Sie zu den meisten Sendungen weiterführende Links. Damit auch Sie auf dem Laufenden bleiben, wird dieser Beitrag permanent aktualisiert, sobald uns Informationen zu neuen Sendungen vorliegen. Also immer wieder mal reinschaun!

rbbr 1Dienstag, 1. Juli 2003, 21:15 - 22:00 Uhr
Häuser mit Gesicht und Seele
Bauernhäuser in Südbrandenburg

Wiederholung am Samstag, 5. Juli 2003, 11:25 - 12:10 Uhr
Wiederholung am Freitag, 18. Juli 2003, 10:45 - 11:30 Uhr

Wer könnte es heute noch: Ein Haus bauen, ohne jede Bauzeichnung, ohne Architekten? Aus Eichen, Kiefern, Erlen! Nur mit Schrotsäge, Axt und Beil, ohne einen einzigen Eisennagel. Block- und Fachwerkhäuser, die im Gegensatz zu unseren Fertighäusern, länger als 200 Jahre halten. Doch da, wo es sie noch gibt, scheinen sie für unsere großen Pläne zu klein. Vielerorts sind sie aus den Dörfern verschwunden. Die Autorin Iduna Wünschmann und Kameramann Werner Peter begeben sich auf die Suche nach den letzten Bauernhäusern in Südbrandenburg. Häuser mit Gesicht und Seele, die Geschichten erzählen können.
RBB Brandenburg

rbb 1Samstag, 5. Juli 2003, 08:45 - 09:00 Uhr
Schätze der Welt - Erbe der Menschheit
Das Rietveld-Schröder Haus

Wiederholung am Montag, 7. Juli 2003, 07:40 - 07:55 Uhr
Wiederholung am Montag, 7. Juli 2003, 14:00 - 14:15 Uhr

Am Rande der malerischen holländischen Stadt Utrecht liegt das Rietveld-Schröder Haus - eine Ikone der modernen Baukunst. Gerriet Rietveld, der eigentlich Kunsttischler war, entwarf es für die 35-jährige Anwaltswitwe Truus Schröder. Als es gebaut wurde, war es für die meisten ein Skandal, für einige eine Sensation. Die junge Frau wollte für sich und ihre drei Kinder ein zeitgemäßes Heim schaffen. Ihr Haus sollte offen und geschützt zugleich sein und nicht mit überflüssigen Dingen gefüllt. Ihre Lebens- und Kunstauffassung entsprach der Rietvelds, der sich der avantgardistischen Künstlergruppe 'de Stijl' angeschlossen hatte. - Heute steht das Rietveld-Schröder Haus unter der Obhut des Centraal Museums und kann besichtigt werden.
RBB Berlin / Info / Rietveld-Schröder Haus / BuchTIPP

rbbr 2Samstag, 5. Juli 2003, 11:25 - 12:10 Uhr
Häuser mit Gesicht und Seele
Bauernhäuser in Südbrandenburg

Wiederholung vom Dienstag, 1. Juli 2003

arte 1Samstag, 5. Juli 2003, 20:15 - 20:45 Uhr
Baukunst - Folge 1 von 12
Daniel Libeskind - Das Jüdische Museum Berlin

Dokumentation, Frankreich 2003
Wiederholung am Sonntag, 20. Juli 2003, 16:25 - 16:55 Uhr

Der Bau des Architekten Daniel Libeskind, der zwischen 1993 und 1998 in Berlin errichtet wurde, warf von vorneherein eine Frage auf, mit der sich die Architektur üblicherweise nicht auseinander zu setzen hat - und zwar die nach den eigenen Grenzen. Wie kann man dort bauen, wo alles zerstört wurde? Wie kann sich Architektur mit Geschichte auseinandersetzen - und vor allem mit diesem Teil der Geschichte? Daniel Libeskind fand mit seinem Erstlingswerk eine sowohl direkte als auch indirekte, versteckte Antwort. Die direkte Antwort liegt in der äußeren Form des Gebäudes: Eine expressionistische 'Geste', ein Zickzack, eine außergewöhnliche, gebrochene Linie, ein Bruch der sich über die ganze bebaute Fläche erstreckt. Dies versinnbildlicht für den Architekten die Gewalt und die tiefen Brüche in der Geschichte der Juden in Deutschland. Versteckt hinter diesem Bravourstück expressionistischer Formgestaltung liegt ein anderes Gebäude, ein Geisterhaus, das sich dem Besucher sperrt, das sich nie ganz erschließen lässt. Ungleichgewichte und physischer Verlust von Bezugspunkten, der so weit gehen kann, dass er Unbehagen auslöst, sind die Themen.

Der Besuch des Jüdischen Museums Berlin ist kein netter Spaziergang durch ein xbeliebiges Museum, sondern wird zu einer Belastungsprobe, deren einzelne Phasen Bezeichnungen wie Holocaust-Turm, Gärten des Exils oder Leerräume tragen. Diese Leerräume sind von außen unsichtbare Betontürme, die den gesamten Bau auf den oberen Ausstellungsgeschossen durchziehen. Die insgesamt sechs Türme unterschiedlicher Form sind völlig leer und nicht zugänglich. Die Leerkörper im Innern des Museums mit seiner reich bestückten Sammlung zur Veranschaulichung der langen Geschichte jüdischer Präsenz in Deutschland stehen für das letzte Merkmal des deutschen Judentums: Abwesenheit. Noch nie ist es gelungen, einen Bau zu konzipieren, der derart den Widerspruch zwischen dem, was unbedingt gesagt werden muss und dem, was nie gesagt werden kann, verkörpert. Die Entstehungsgeschichte des Jüdischen Museums Berlin - von den Berlinern 'Blitz' genannt - war sehr bewegt. Es galt zahlreiche institutionelle Hürden zu überwinden. Heute ist es das meistbesuchte Gebäude der Stadt.
Arte / Museum / Daniel Libeskind

PS: Die Dauerausstellung im Jüdischen Museum Berlin wurde vom Büro Würth & Winderoll (Seefeld bei München) mit ArchiCAD realisiert.
Würth & Winderoll

rbb 2Montag, 7. Juli 2003, 07:40 - 07:55 Uhr
Montag, 07. Juli 2003, 14:00 - 14:15 Uhr
Schätze der Welt - Erbe der Menschheit
Das Rietveld-Schröder Haus

Wiederholung vom Samstag, 5. Juli 2003

3sat 6Montag, 7. Juli 2003, 18:30 - 19:00 Uhr
nano: Stadtreihe - Städte der Zukunft

Zeitversetzte Wiederholungen auf 3sat, SWR, WDR, MDR, RBB und BRalpha
siehe 3sat Webseite unter "nano - die welt von morgen" > Sendedaten

Seit der Rio-Konferenz über Umwelt und Entwicklung 1992 engagieren sich mehr als 2500 deutsche Gemeinden für die Lokale Agenda 21. Die Deutsche Umwelthilfe hat einen Wettbewerb entwickelt, der von diesen Städten die zukunftsfähigsten anhand von 52 Indikatoren auswählt und prämiert, um den Agenda-Gedanken in deutschen Städten voranzutreiben. Die Experten haben ganz unterschiedliche Antworten dafür gefunden, wie eine lebenswerte Zukunft gestaltet werden kann. "nano" stellt einige Kommunen in der Stadtreihe vom 7. bis zum 11. Juli 2003 vor.

Weissach im Tal und Saarbrücken machen vor, was überall möglich wäre: Erdgas-Busflotte und Ruftaxen, Ökoschulen und Nutzung alter Industriebrachen, ökologische Bachpflege, Bauernmarkt und Streuobstwiesen, die untereinander verliehen werden.
3sat / Wettbewerb "Zukunftsfähige Kommune"

3sat 7Dienstag, 8. Juli 2003, 18:30 - 19:00 Uhr
nano: Stadtreihe - Häuser auf dem Wasser

Zeitversetzte Wiederholungen auf 3sat, SWR, WDR, MDR, RBB und BRalpha
siehe 3sat Webseite unter "nano - die welt von morgen" > Sendedaten

Erstmals wird das Leben in schwimmenden Häusern direkt am Wasser geplant. Die Entwürfe von Architekten und Investoren werden in Berlin aufgezeigt. "nano" stellt die Modelle vor und spricht mit Architekten, Investoren sowie Stadtplanern über Idee und Realisierung, Baumaterialien und Besonderheiten.
3sat / Wettbewerb "Zukunftsfähige Kommune"

3sat 8Mittwoch, 9. Juli 2003, 18:30 - 19:00 Uhr
nano: Stadtreihe - Unterhaltsame Städte

Zeitversetzte Wiederholungen auf 3sat, SWR, WDR, MDR, RBB und BRalpha
siehe 3sat Webseite unter "nano - die welt von morgen" > Sendedaten

"Städte sind nicht nur zum Wohnen und Arbeiten da", meint der Leiter des Projektes "Entertaining Cities", Prof. Klaus Kunzmann. Städte müssten ihren Bewohnern und Besuchern unterschiedlichste Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung bieten - für verschiedenste Interessen und unterschiedlich gut gefüllte Brieftaschen.
3sat / Wettbewerb "Zukunftsfähige Kommune"

3sat 9Donnerstag, 10. Juli 2003, 18:30 - 19:00 Uhr
nano: Stadtreihe - Wohnen am Wasser

Zeitversetzte Wiederholungen auf 3sat, SWR, WDR, MDR, RBB und BRalpha
siehe 3sat Webseite unter "nano - die welt von morgen" > Sendedaten

In Duisburg, Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt und Köln werden die alten Häfen neu ausgebaut und renoviert. Was früher als brachliegende, verwaiste und verfallene Industrielandschaft galt, soll nun exklusives Wohngebiet für zahlungskräftige Mieter werden.
3sat / Wettbewerb "Zukunftsfähige Kommune"

rbbr 3Donnerstag, 10. Juli 2003, 22:00 - 22:30 Uhr
Querstraße - Potsdamer Villen

Wiederholung am Sonntag, 13. Juli 2003, 11:00 - 11:30 Uhr

Obwohl die historische Architektur Potsdams vor allem durch Schlösser und Parkanlagen geprägt ist und die Stadt eigentlich nicht als Villenregion gilt, begegnen sich aber gerade in diesen Bauten Geschichte und Gegenwart auf spannende Weise: die neuen Bewohner und die alten Geheimnisse der Häuser.

Von Ludwig Persius bis Mies van der Rohe haben berühmte Architekten auch in diesen Maisons de Plaisance und Privathäusern ihre Handschrift im Stadtbild hinterlassen. Hofdamen und Ufa-Stars, Politiker, Fabrikanten und Studenten lebten in den großzügigen Wohnungen. Manche gaben den Häusern ihre Namen, obwohl sie nur kurze Zeit zu Gast waren: Man spricht heute selbstverständlich von der Truman-, der Stalin- oder der Adenauer-Villa, die ganz andere Erbauer und heute ganz andere Eigentümer haben. So begegnen sich über die Jahrzehnte Generationen durch die Nutzung der Häuser. Inzwischen werden in Potsdam die sanierten Villen knapp. Wer aber ein paar Millionen für ein frühklassizistisches Chalet wie die Villa Quant am Fuß des Pfingstberges übrig hat, der kann sein Glück an der Leipziger Denkmalbörse finden. Dringend gesucht werden Investoren für die Potsdamer Villenregion. Der Film von Gabriele Conrad und Gabriele Denecke stellt die verschiedensten Bewohner und Geschichten der Potsdamer Villen in der Berliner Vorstadt und Neubabelsberg vor.
RBB Brandenburg

3sat 1Freitag, 11. Juli 2003, 00:00 - 00:20 Uhr
ArchitecTour de Suisse
Vincent Mangeat

Film von Stephane Goel

Vincent Mangeat, Architektur-Professor in Lausanne, rüttelt gerne an 'unantastbaren' Prinzipien und sorgt in (fach-)politischen Kreisen für Polemik. Seine Spezialität sind Schulgebäude, bei deren Konzeption er sich grundsätzliche Fragen stellt: welche Architektur für welchen Unterricht? Wie kann eine Schule in den städtebaulichen Kontext integriert werden? Mangeat steht der heutigen Architektur, die er gerne als 'selbstbezogene Nabelschau' bezeichnet, kritisch gegenüber.
3sat / EPF Lausanne

BR alpha 1Freitag, 11. Juli 2003, 17:15 - 17:30 Uhr
Schätze der Welt - Erbe der Menschheit
Ironbridge - Die erste große Eisenbahnbrücke der Welt

Film von Horst Brandenburg

Um seine Waren transportieren zu können, suchte der Eisenwerksbesitzer Abraham Darby III. einen Architekten, der ihm über das fünf Kilometer breite Tal des Severn in Mittelengland eine stabile Brücke aus "Stein, Ziegeln oder Holz" bauen sollte. Thomas Pritchard nahm die Herausforderung an, er baute allerdings eine Brücke aus Gusseisen, mit deren Fertigstellung 1781 die neue "Eisenzeit" begann. Sie war die größte freischwebende Brückenkonstruktion der damaligen Zeit. Am markantesten höchsten Punkt des Tales errichtet, wurde die Ironbridge zum Wahrzeichen der industriellen Macht der Darbys und zum Denkmal der industriellen Revolution.
BR alpha / Info

3sat 10Freitag, 11. Juli 2003, 18:30 - 19:00 Uhr
nano: Stadtreihe - Die schrumpfende Stadt

Zeitversetzte Wiederholungen auf 3sat, SWR, WDR, MDR, RBB und BRalpha
siehe 3sat Webseite unter "nano - die welt von morgen" > Sendedaten

Ein knappes Drittel aller Wohnungen in den neuen Bundesländern steht leer. In der Konsequenz zerfallen Stadtstrukturen, machen sich Investoren rar. Ein junges Team von Planern und Architekten stellt neue Denkansätze und konkrete Modelle vor, damit die Stadt schrumpfen und trotzdem mehr Lebensqualität bieten kann. Sie meinen: "Entwicklung ist auch ohne Wachstum möglich."
3sat / Wettbewerb "Zukunftsfähige Kommune"

swr 1Samstag, 12. Juli 2003, 00:00 - 00:30 Uhr
Schätze der Welt - Erbe der Menschheit
Vicenza - Die Stadt Palladios
Antonio Gaudi - Architekt in Barcelona

"Città del Palladio" - so nennen die Bürger des Veneto stolz Vicenza. Und dies nicht ohne Grund: Kein anderer Baumeister hat das Gesicht dieser Stadt so nachhaltig geprägt wie Andrea Palladio (1506-1580), der Meister der Hochrenaissance, in dessen Entwürfen und Bauwerken sich klassische Eleganz und antike Vorbilder zu einer idealen Einheit verbinden. 1524 kam der junge Andrea als Lehrling in eine Steinmetzwerkstadt nach Vicenza. In den folgenden 60 Jahren gestaltete er die gotische Kleinstadt nach seinen Maßstäben um. Er hatte ganz Vicenza zu seinem Haus gemacht. Sein bedeutendster Bau im Zentrum der Stadt ist die "Basilica Palladina", deren umlaufende Marmorfassade sich in zweigeschossigen Arkaden öffnet. Ihr gegenüber die "Loggia del Capitano" mit hohen Rundbogenarkaden. Für zwölf Bauherren hat Palladio allein innerhalb der Stadtmauern Palazzi entworfen. Viele reiche Bürger der Stadt wollen sich darüber hinaus eine der gerühmten Villen auf dem Land bauen lassen, darunter die "Villa Rotonda" die beispielhafteste unter den Profanbauten der Spätrenaissance: Mit rundem kuppelüberwölbtem Saal und antiken Tempelfronten an allen vier Seiten der Villa. Den Italienreisenden Goethe zog es magisch zu Palladio, dem Erneuerer der Baukunst der Antike, "Der erst mit unglaublicher Mühe sich an den Alten herangebildet, um sie alsbald durch sich wiederherzustellen", so schrieb der Dichterfürst.
SWR / Info / BuchTIPP

Am 12. Juni 1926 versammelten sich Tausende in den Straßen von Barcelona, um einem ungewöhnlichen Architekten die letzte Ehre zu erweisen. Der Trauerzug bewegte sich auf die Sagrada Familia zu, die Kathedrale, die zu den Meisterwerken des Architekten gehört. Der Name des Mannes, der schon zu Lebzeiten als katalanischer Volksheld gefeiert wurde ist Antonio Gaudi. Die meisten seiner Bauten stehen in Barcelona und es bedarf nur eines gemütlichen Spaziergangs, um sie alle an einem Nachmittag kennenzulernen. Dazu möchte dieser Film einladen. Der Weg führt durch den Parc Güell. Vorbei an einigen Wohnhäusern des Baumeisters zum Palacio Güell und zur Casa Battlo. Schließlich zur Casa Mila, dem wohl berühmtesten Wohnhaus, das Gaudi geschaffen hat. Der Weg durch Barcelona ist auch ein Weg zu Gaudi. Er hat diese Stadt geprägt als Landschaftsarchitekt, Dekorateur, Städteplaner und Künstler. Gaudi ist zu einem Sinnbild der spanischen Architektur geworden, denn sein Stil zeigt ein Stück Landesgeschichte: Die Verschmelzung zwischen arabischen und christlichen Kultureinflüssen.
Info / Gaudi Jahr 2002 / BuchTIPP 1 / BuchTIPP 2

arte 2Samstag, 12. Juli 2003, 20:15 - 20:45 Uhr
Baukunst - Folge 2 von 12
Santiago Calatrava - Der TGV-Bahnhof in Lyon-Satolas

Dokumentation von Richard Copans, Stan Neumann, Frankreich 2000
Wiederholung am Donnerstag, 24. Juli 2003, 02:25 - 02:55 Uhr

Der TGV-Bahnhof in Lyon-Satolas wurde 1992 anlässlich der Olympischen Spiele von Albertville eröffnet. Der Bau dieser spektakulären Anlage für den französischen Hochgeschwindigkeitszug TGV auf dem Gelände des Flughafens von Lyon war für den Architekten und Ingenieur Santiago Calatrava eine Herausforderung und zugleich Gelegenheit, der modernen Technik ein Denkmal zu setzen. Lyon-Satolas hat nichts mehr mit den zentral gelegenen Kopfbahnhöfen des 19. Jahrhunderts gemein; es ist ein stadtferner Verkehrsknotenpunkt, der Luft-, Schienen- und Straßenverbindungen vernetzt. Obwohl die hohen technischen Anforderungen und die gigantischen Ausmaße der Anlage nur wenig Freiraum für Fantasie ließen, ist dem Architekten ein großartiges Bauwerk gelungen: Die Bahnhofshalle, eine aluminiumverkleidete Stahlkonstruktion, die sich über den Gleisbereichen und den Bahnsteigen aus Beton erhebt, erinnert mit ihren beiden ausgebreiteten Riesenflügeln an einen zum Flug ansetzenden Vogel - oder an einen Faltvogel aus Papier, denn in Calatravas' Schaffen findet sich stets auch ein Fünkchen Ironie.

Der 1951 geborene spanische Architekt absolvierte an der Polytechnischen Hochschule Zürich zusätzlich ein Ingenieurstudium. Er nimmt in der zeitgenössischen Architektur eine Sonderstellung ein. Mit seinem bewusst figurativen Baustil erteilt er dem alles beherrschenden Rationalismus der 'moralisierenden Tendenzen in der zeitgenössischen Architektur' eine Absage und setzt dieser Auffassung eine 'Kunst des Möglichen' entgegen. Sein bildhauerischer und zugleich organischer Ansatz zeugt von einem ganz eigenen, poetischen Herangehen, das sich auf eine virtuose Beherrschung des Kräftespiels stützt und stets versucht, bis an die Grenzen des Möglichen vorzudringen.
Arte / Calatrava 1 / Calatrava 2 / BuchTIPP

arte 3Sonntag, 13. Juli 2003, 14:00 - 14:30 Uhr
kreativ - künstler hautnah

'Kreativ - Künstler hautnah' zeigt Künstler aus Malerei, Bildhauerei, Musik, Theater, Zirkus, Film und Tanz bei der Arbeit; sie werden in Abständen von mehreren Wochen besucht, dies gibt dem Zuschauer die Möglichkeit, beim Entstehungsprozess eines Werkes dabei zu sein. Jürgen Schilling, der hauptsächlich mit natürlichen Materialen wie Steinen und Gras arbeitet, schafft vor laufender Kamera ein Kunstwerk. Außerdem werden der Architekt Edouard François in Paris und Oumou Sangaré in Mali noch einmal besucht.
Arte / Edouard François / Projekt / Architekturszene Frankreich

rbbr 4 Sonntag 13. Juli 2003, 11:00 - 11:30 Uhr
Querstraße - Potsdamer Villen

Wiederholung vom Donnerstag, 10. Juli 2003

rbb 3Sonntag, 13. Juli 2003, 15:15 - 15:30 Uhr
BERLIN Spezial - Kompliment, Mr. Pei!
Das neue 'Schauhaus' am Deutschen Historischen Museum

Film von Grit Lederer

Ein neuer architektonischer Hingucker in Berlin! Am 25. Mai eröffnet das 'Schauhaus', der neue Anbau des Deutschen Historischen Museums, für das Publikum. Bereits die erste Vorbesichtigung Anfang März war ein enormer Erfolg: Tausende von Berlinern und internationalen Besuchern strömten in das noch leer stehende Ausstellungsgebäude des Star-Architekten Ieoh Ming Pei. Der 1917 in China geborene heutige US-Bürger hat bereits die Neugestaltung des Pariser Louvre entworfen. Für Berlin wird er nun ein weiteres Juwel in die Reihe seiner Aufsehen erregenden Museumsbauten fügen. Auf einem versteckt liegenden Gelände hinter dem Zeughaus löste er die Aufgabe mit Bravour: Dreieck und Spirale sind die Grundformen; Glas, Stahl, Beton und Sandstein die Materialien. Die Nähe zu den angrenzenden Schinkel-Bauten Neue Wache und Altes Museum muss er nicht scheuen. Im Gegenteil: I.M. Pei sieht sein 'Schauhaus' als eine Hommage an Preußens Baumeister. Künftig sollen in dem 54 Millionen Euro teuren Gebäude Wechselausstellungen stattfinden. Internationale Polit-Prominenz wird erwartet, wenn das Haus mit 'Idee Europa. Entwürfe zum Ewigen Frieden' sowie 'I.M. Pei -Museumsbauten' jetzt feierlich eröffnet wird. Der Film erzählt die Geschichte dieses architektonischen Highlights.
RBB Berlin / Museum / Biografie / Buchtipp

rbbr 5Freitag, 18. Juli 2003, 10:45 - 11:30 Uhr
Häuser mit Gesicht und Seele
Bauernhäuser in Südbrandenburg

Wiederholung vom Dienstag, 1. Juli 2003

Phoenix 1Freitag, 18. Juli 2003, 21:00 - 21:30 Uhr
Brücken dieser Erde - Folge 1 von 6
Der Garabit-Viadukt - St.-Flour, Frankreich

Wiederholung am Samstag, 19. Juli 2003, 05:50 - 06:15 Uhr

In den Ausläufern des französischen Zentralmassivs liegt das Departement Cantal. Tiefe Schluchten prägen das Bild der vulkanischen Landschaft. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts bahnte ein Bauwerk dem Fortschritt einen Weg durch die unwirtliche Region: der Garabit-Viadukt - 3900 Tonnen Eisen, 564 Meter lang, der Bogen 165 Meter weit über das Flusstal der Truyère gespannt. Mit über 122 Metern Höhe zwischen Talsohle und Bogenscheitel war sie fast ein Jahrhundert lang die höchste Eisenbahnbrücke der Welt. 1880 begannen die Bauarbeiten in Garabit. Ausgeführt wurde das Projekt von der 'Brückenbauanstalt Eiffel & Companie, Paris', deren Inhaber Gustave Eiffel bereits ein halbes Dutzend Brücken im Zentralmassiv gebaut hatte. Léon Boyer, 29, Ingenieur im benachbarten Marevejois, entwarf den Viadukt von Garabit. 1884, nach vier Jahren Bauzeit, war die Brücke fertig - ein neues Glanzlicht in der Karriere von Gustave Eiffel, dem sein kreativer Umgang mit Metall den Titel 'Eisenzauberer' einbrachte. Garabit entwickelte sich bald zum Ausflugsziel der Region. Im Zeitalter der Hochgeschwindigkeitszüge jedoch hat die Brücke kaum noch eine Funktion, sie erstrahlt heute, über ein Jahrhundert nach ihrer Fertigstellung, in sanftem Scheinwerferlicht, damit die Vorbeifahrenden wenigstens einen Blick auf das Meisterwerk werfen können.
Phoenix / BuchTIPP / Brücken

phoenix 2Samstag, 19. Juli 2003, 05:50 - 06:15 Uhr
Brücken dieser Erde - Folge 1 von 6
Der Garabit-Viadukt - St.-Flour, Frankreich

Wiederholung vom Freitag, 18. Juli 2003

RBB 6Samstag, 19. Juli 2003, 08:45 - 09:00 Uhr
Schätze der Welt - Erbe der Menschheit
Ein Traum in Beton - Universität Caracas, Venezuela

Wiederholung am Montag, 21. Juli 2003, 07:40 - 07:55 Uhr
Wiederholung am Montag, 21. Juli 2003, 14:00 - 14:15 Uhr

Mitten im hässlich brodelnden Betondschungel von Caracas liegt die Zentrale Universität von Venezuela wie eine Insel der Ruhe und der Schönheit. 87 Bauten, eine Stadt in der Stadt. Damit schuf der Venezolaner Carlos Raul Villanueva in den 40er bis 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts ein stadtplanerisches und architektonisches Meisterwerk, angereichert mit über hundert Werken großer europäischer, amerikanischer und einheimischer Künstler jener Zeit. Mit seinem virtuos geformten Beton hat Villanueva einen eigenen und noch immer aktuellen Baustil geprägt.

Der 1974 verstorbene Architekt kommt im Film noch einmal zu Wort um sein Werk zu erläutern: Seinen Versuch, mit den Mitteln der Architektur und der Ästhetik das Leben der Menschen zu gestalten - vor allem die Form ihres Zusammenlebens. Daher die - vom tropischen Klima begünstigte - Durchlässigkeit der Bauten zwischen Innen und Außen, die gewollte Aufhebung der Grenzen zwischen den Fakultäten sowie zwischen der Universität und dem Volk. Doch leider, stellt Villanueva am Ende bedauernd fest, hat er mit seinem Konzept die politische und soziale Entwicklung Venezuelas nicht aufhalten können, in der die Kluft immer größer wird zwischen dem Volk und der Elite.
RBB Berlin / Info / Ausstellung Villanueva / BuchTIPP

arte 4Samstag, 19. Juli 2003, 20:15 - 20:45 Uhr
Baukunst - Folge 3 von 12
Neapel - Die Passage Umberto I.

Film von Stan Neumann, Frankreich 2000
Wiederholung am Dienstag, 29. Juli 2003, 02:15 - 02:45 Uhr

Die Galleria Umberto I. ist eine der letzten überdachten Passagen, die in Europa erbaut wurden. Dieses formvollendete Bauwerk ist Krönung einer für das 19. Jahrhundert charakteristischen Architekturform. Mit ihren Theatern, Billardsälen, Druckereien und Banken ist die Umberto-Passage in Neapel Stadt in der Stadt.

Die ersten überdachten Passagen wurden ab 1820 in Frankreich, später auch in anderen europäischen Ländern gebaut und fanden rasche Verbreitung. Mit der Schaffung von geschützten Passagen in den Stadtzentren wurden zwei Ziele verfolgt: durch die so entstandenen Fußgängerzonen wurde das Straßennetz entlastet und dem Einzelhandel konnten wetterunabhängige Geschäftsräume zur Verfügung gestellt werden. Die Passage Umberto I. gehört zur letzten Generation von Passagen, die sich durch ihren Monumentalstil auszeichnen. Passagen bescheidenerer Ausmaße gingen häufig auf die Initiative privater Unternehmer zurück, wohingegen Monumentalpassagen eindeutig als öffentliche Bauwerke verstanden wurden und fester Bestandteil städtebaulicher Sanierungsprojekte waren. Neben praktischen Beweggründen gab es auch politische und wirtschaftliche Motive, z. B. entstand bei diesem Vorhaben mitten in der Stadt auf Tausenden von Quadratmetern Raum für Geschäfte, Büros und elegante Wohnungen. Im Zuge dieser großangelegten Immobilienspekulation fügten sich neue palastähnliche Gebäude zu einem Luxusviertel, das sich bewusst vom alten Stadtbild abheben wollte. Trotz des Monumentalstils handelt es sich aber nicht um ein echtes Architektenbauwerk: Die Passage war vor allem das Projekt von Investoren. Daher drückt sich das mit dem Bau einer überdachten Passage verfolgte Modernitätsideal lediglich in den gigantischen Ausmaßen, nicht aber in einer technisch oder architektonisch kühnen Gestaltung aus. Zum eigentlichen Erfolg der Passage Umberto I. wurde ihre riesige, öffentlich zugängige Halle, die bei jedem Wetter von allen genutzt werden kann.
Arte / Virtual Galleria

orf2 1Sonntag, 20. Juli 2003, 10:00 - 10:35 Uhr
Architektur für Manhattan    
Raimund Abrahams österreichisches Kulturinstitut


Raimund Abraham zählt zu den berühmtesten Österreichern in den USA. Der im Osttiroler Lienz geborene Architekt lebt seit 1964 in New York und unterrichtet als Professor an der renommierten Cooper Union Architekturhochschule. Das österreichische Kulturinstitut in New York ist sein bisher größter Erfolg. Zu Abrahams 70. Geburtstag wiederholt der ORF einen Film, der die Entstehung des Kulturinstitutes dokumentiert. Gestalterin Doris Fercher zeigt, welche Schwierigkeiten seit dem Architektur-Wettbewerb 1990 zu überwinden gewesen sind, um das Hochhaus zu errichten. Außerdem erzählt Abraham, wie er es abseits der Wolkenkratzer-Ästhetik privat lebt.
ORF2

Arte 10Sonntag, 20. Juli 2003, 14:00 - 14:30 Uhr
kreativ - künstler hautnah
Konstantin Grcic - Designer (Deutschland)

Heute u.a. Konstantin Grcic - Designer (Deutschland): Der 36jährige Designer aus Deutschland hat bereits mit den renommiertesten Vertreibern von Möbeln und Kunstgegenständen zusammengearbeitet. Dem gelernten Kunsttischler kommt es vor allem auf Funktionalität und Schlichtheit an. Die Kamera folgt ihm beim Entwurf eines Porzellanservices und verweilt bei einem der wichtigsten Stücke: der Teekanne, von der er einen ersten Prototypen gestaltet. Konstantin Grcic wurde 1965 in München geboren. Von 1988 bis 1990 studierte er Design am 'Royal College of Art' in London. 1991 eröffnete er sein eigenes Design-Studio 'Konstantin Grcic Industrial Design' in München und entwickelte seitdem Möbel, Lampen und andere Produkte für Europas führende Design-Gesellschaften wie 'Authentics', 'Capellini', 'ClassiCon', 'Driade', 'Flos', 'SCP', 'Whirlpool' und 'Wireworks'. Konstantin Grcic gestaltet vor allem einfache und minimalistische industrielle Produkte. Er definiert die Funktion eines Produktes mit menschlichen Zügen und kombiniert höchste formale Genauigkeit mit geistiger Schärfe, was ihn von dem heutzutage geläufigen modernen Minimalismus abgrenzt. Viele seiner Produkte haben angesehene Design-Auszeichnungen gewonnen. Die von 'Flos' produzierte 'Mayday-Lampe' wurde in die dauerhafte Sammlung des 'Museum of Modern Art' in New York aufgenommen. Im Oktober 2000 wurde Konstantin Grcic nominiert als Ehrengast auf der Biennale für Inneneinrichtung in Kortrijk/Belgien, wo er eine berauschende Präsentation seiner Arbeit vorstellte.
Arte / Konstantin Grcic

arte 5Sonntag, 20. Juli 2003, 16:25 - 16:55 Uhr
Baukunst - Folge 1 von 12
Daniel Libeskind - Das Jüdische Museum Berlin

Wiederholung vom Samstag, 5. Juli 2003

RBB 7Montag, 21. Juli 2003, 07:40 - 07:55 Uhr
Schätze der Welt - Erbe der Menschheit
Ein Traum in Beton - Universität Caracas, Venezuela

Wiederholung vom Samstag, 19. Juli 2003

phoenix 3Montag, 21. Juli 2003, 09:00 - 09:45 Uhr
Megabauten
Internationale Glanzleistungen des Ingenieurbaus

Die grossen Kuppeln auf öffentlichen Gebäuden wurden zum Ausdruck von Macht und Prestige errichtet. 1500 Jahre lang war das allen Göttern geweihte Pantheon in Rom der grösste Kuppelbau der Welt. Das Capitol, der Sitz des amerikanischen Kongresses, war zuerst ein Holzbau. Dann bekam die Kuppel ein Stahlgerüst. Jüngeren Datums sind die Kuppelbauten des amerikanischen Architekten Buckminster Fuller, des Schöpfers der auf Dreiecksstrukturen beruhenden geodätischen Kuppel.
Phoenix / Buckminster Fuller / Geodesic Domes

RBB 8Montag, 21. Juli 2003, 14:00 - 14:15 Uhr
Schätze der Welt - Erbe der Menschheit
Ein Traum in Beton - Universität Caracas, Venezuela

Wiederholung vom Samstag, 19. Juli 2003

3sat 2Mittwoch, 23. Juli 2003, 21:00 - 21:50 Uhr
Toni zwischen Erde und Himmel

Film von Philippe Grand, Schweiz 2001

Der Schweizer Beat Anton Rüttimann, den die Lateinamerikaner 'Toni el Suizo' nennen, hat sein Leben dem unentgeltlichen Bau von Brücken in Gegenden mit unterentwickelter Infrastruktur verschrieben. In Lateinamerika hat Rüttimann mit Hilfe von Spenden großer Unternehmen bereits 150 Hängebrücken errichtet. Im Jahr 2001 macht er sich daran, seinen großen Traum zu verwirklichen: auf mehreren Kontinenten gleichzeitig Brücken bauen zu lassen. Philippe Grand stellt einen Mann vor, der Brücken zwischen den Menschen schlägt.
3sat / Bilder

Arte 9Donnerstag, 24. Juli 2003, 02:25 - 02:55 Uhr
Baukunst - Folge 2 von 12
Santiago Calatrava - Der TGV-Bahnhof in Lyon-Satolas

Dokumentation von Richard Copans, Stan Neumann, Frankreich 2000
Wiederholung vom Samstag, 12. Juli 2003

rbb 4Donnerstag, 24. Juli 2003, 22:05 - 22:35 Uhr
Querstraße
Persius in Potsdam - Der Architekt des Königs

Wiederholung am Sonntag, 27. Juli 2003, 12:30 - 13:00 Uhr

In diesem Jahr feiert die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten den 200. Geburtstag des Baumeisters Ludwig Persius mit einer großen Ausstellung im Babelsberger Schloss (20.7. bis 19.10.). Der Potsdamer Ludwig Persius wurde nur 42 Jahre alt. Trotzdem hat er wie kein anderer das Bild seiner Heimatstadt geprägt. Die Friedenskirche in Sanssouci, das maurische Dampfmaschinenhaus in der Havelbucht, die Sacrower Heilandskirche und das Bornstedter Gotteshaus sowie viele Potsdamer Villen stammen von ihm. Der Schüler Karl Friedrich Schinkels wurde nach dessen Tod Hofbaumeister des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. Er erhielt als einziger den Titel 'Architekt des Königs'.
RBB Brandenburg / Ausstellung

arte 6Donnerstag, 24. Juli 2003, 22:15 - 23:10 Uhr
Leonardos Traum

Film von Mario Zanot, Andrea Broglia, Italien 2000

Als Wissenschaftler und zutiefst intellektueller Maler drang Leonardo da Vinci in die innersten Geheimnisse des Menschen und des Universums ein. Malen und vor allem Zeichnen waren die Instrumente, die er nutzte, um die Natur der Dinge zu verstehen. Er sondierte die geheimnisvolle, unsichtbare Welt des menschlichen Körpers, indem er den Blutkreislauf, die Funktionsweise des Skeletts und der Muskeln examinierte. Der Mensch ist für Leonardo das Zentrum des Universums, der Punkt, an dem alle Gesetze zusammengeführt werden. Der profundeste Ausdruck der Renaissance ist in seiner einzigartigen Zeichnung 'L'Uomo Vitruviano' enthalten. Das Genie, das die Mona Lisa malte, war auch Ingenieur, Architekt und Wissenschaftler. Seine Papiere enthalten verblüffende, bahnbrechende Erfindungen. So entwarf er die 'Camera obscura', Spots für die Theaterbeleuchtung, den Sicherheitsgurt, verschiedene Systeme für das Atmen unter Wasser und erstaunliche Schuhe, um auf dem Wasser zu laufen. Leonardo erfand außerdem neue tödliche Waffen wie die Schnellschuss-Armbrust, die Riesenarmbrust, das Mehrfach-Lauf-Maschinengewehr und ein teuflisches Sensenauto. Die 'Bombarda' war Leonardos revolutionäre Kanone. Sie feuerte Schalen ab, die im Flug explodierten und Projektile über weites Gebiet verstreuten, genau wie die Splitterbomben heutiger Kriege. Er dachte sich auch einen enormen Panzer mit 24 Kanonen aus, der 22 Männern Platz bieten sollte, um ihn anzutreiben und die Waffen zu besetzen, und ein U-Boot, das dafür gedacht war, unter dem Kiel eines Schiffes hindurchzufahren und Löcher in seinen Rumpf zu bohren. Sogar der Helikopter, wurde bereits von ihm ersonnen. Dieser hatte eine fortlaufende Schraube von zehn Metern Durchmesser, die sich mittels vierer um die Achse herum laufender Männer drehte.

Aber wie lange würde die Energie der Männer, die die Maschine mit Kraft versorgten, ausreichen? Energie bildete die Grenze für Leonardos Größe. 'In der Natur existiert nichts außerhalb von Energie und Bewegung; das unaufhörliche Bestreben der Welt ist es, perfektes Gleichgewicht zu finden.' Leonardo war vom Fliegen besessen. Er widmete sein ganzes Leben und eine endlose Serie von Studien diesem Thema, dem absoluten Symbol der Freiheit des Geistes. Er studierte Vögel im Flug und entwarf Dutzende von Flugzeugen, die aber dazu bestimmt waren, niemals zu fliegen, weil ihnen die nötige Kraft fehlte, um vom Boden abzuheben. In einer Zeit, in der wissenschaftliche Forschung noch unbekannt war, verbannte ihn sein freier Geist fatalerweise zur Isolation. Viele seiner Erfindungen blieben bloße Ideen auf Papier. Wahrscheinlich hatte Sigmund Freud Recht, als er sagte, Leonardo sei ein Mann gewesen, der zu früh in der Dunkelheit aufwachte, während der Rest der Menschheit noch schlief.
Arte / BuchTIPP

phoenix 4Freitag, 25. Juli 2003, 21:00 - 21:30 Uhr
Brücken dieser Erde - Folge 2 von 6
Die Brücke über den großen Belt - Dänemark

Wiederholung am Samstag, 26. Juli 2003, 10:00 - 10:30 Uhr

Die Verbindung über diesen sogenannten Großen Belt ist eine der wichtigsten Verkehrsadern Dänemarks. Seit dem 16. Jahrhundert existierte Fährverkehr über das Meer. Aber immer wieder brachten stürmische See und Eis in harten Wintern die Verbindung zum Erliegen - und teilten Dänemark.1998 wurde die Store Belt Brücke eröffnet: Insgesamt 22 Kilometer ist die Kombination aus Autobahn- und Eisenbahnbrücke lang - ein schnörkelloser Gigant aus Stahl und Beton. Herzstück ist die 2,7 Kilometer lange Hängebrücke mit einer Durchfahrtsöffnung von 1624 Metern die zweitgrößte Hängebrücke der Welt. Mit 254 Metern Höhe sind ihre Pylonen die höchsten Bauwerke Dänemarks.

Aber die Brücke über den Großen Belt hat auch Opfer gefordert. Am Ostende der Brücke, auf der Insel Seeland, liegt die Kleinstadt Korsör, am Westende auf Fünen Nyborg. Beide Städte lebten gut mit und von dem Fährbetrieb. Seit die Große-Belt-Brücke eröffnet wurde, fehlt ihnen die Lebensader. Heute gleichen die riesigen Areale der ehemaligen Fährhäfen Geisterstädten. Obwohl die Mautgebühr für einen PKW auf der Store-Belt-Brücke 35 Euro beträgt, übersteigt der Ansturm die Erwartungen. Die Zahl der Passagen zwischen West und Ost hat sich - mit über 20.000 Fahrzeugen täglich - mehr als verdoppelt. Der Große Belt trennt nicht mehr die zwei Hälften Dänemarks, er verbindet sie.
Phoenix / Brücken / Foto

phoenix 5Samstag, 26. Juli 2003, 10:00 - 10:30 Uhr
Brücken dieser Erde - Folge 2 von 6
Die Brücke über den großen Belt - Dänemark

Wiederholung vom Freitag, 25. Juli 2003

arte 7Samstag, 26. Juli 2003, 20:15 - 20:40 Uhr
Baukunst - Folge 4 von 12
Le Corbusier - Das Kloster La Tourette

Dokumentation von Richard Copans, Frankreich 2002

Als sich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs immer mehr Menschen zu einem Leben im Kloster berufen fühlten, beauftragte der Dominikanerorden in Lyon den Architekten Le Corbusier mit dem Bau einer Klosterschule. 80 Klosterschüler sollten sich dort in Abgeschiedenheit dem Studium und dem Gebet hingeben. Le Corbusier befand sich zu dieser Zeit auf dem Höhepunkt seines Ruhmes. Er hatte sich mit Wohnhäusern wie der Villa Savoye und den Wohnanlagen in Marseille und Nantes einen Namen gemacht. Das Kloster war jedoch kaum eingeweiht, als gleich zwei Krisen ausbrachen: Die Krise der katholischen Kirche und die Studentenunruhen. 1970 gab es in La Tourette keinen einzigen Studenten mehr. Einige wenige Dominikaner harrten im Kloster aus, weil ihrer Auffassung nach die Architektur des Ortes für die geistigen Ziele des Ordens steht. Das Gebäude blieb im Eigentum des Dominikanerordens, wird heute aber als Tagungszentrum genutzt.

Das von 1953 bis 1960 erbaute Dominikanerkloster 'Sainte Marie de la Tourette' liegt in Eveuxsur-Arbresle in der Nähe von Lyon. Le Corbusier wurde 1952 durch einen Dominikanerpater beauftragt, ein Haus der Stille und eine Kirche für den Orden zu bauen. Le Corbusier wählte als Grundform ein burgartiges Viereck, das er mitten in die bis dahin unberührte Landschaft setzte. Drei Flügel in U-Form gehören zu dem Kloster und der vierte Flügel ist der Kirche vorbehalten. Sie ist in der strengen Form eines Kastenblocks errichtet und nur am Glockenturm erkennbar. Durch plastische Lichtkanonen, die außergewöhnliche Lichtreflexe im Inneren der Kirche hervorrufen, wird ihre Kargheit unterbrochen. Da Le Corbusier Gefallen an der schlichten Form fand, faszinierte ihn auch die Kargheit des mönchischen Lebens. Er besuchte das Kartäuserkloster Ema und ließ sich von dessen kollektiver Form des Zusammenlebens für die Gestaltung der Wohneinheiten von La Tourette inspirieren. Die architektonische Beherrschung von Licht und Raum bringt Le Corbusier in diesem Gebäude zu vollendetem Ausdruck. Gleichzeitig wird es den materiellen und spirituellen Anforderungen gerecht, die man an ein religiöses Bauwerk im Sinne der klösterlichen Tradition stellt. Es gleicht einer Art lebendem Organismus, dessen einzelne Teile eng miteinander verwoben sind.

Der Architekt und Maler, Le Corbusier, mit bürgerlichem Namen Charles Jeanneret, wurde am 6. Oktober 1887 in La Chauxde-Fonds in der Schweiz geboren. Nach einer Ausbildung als Graveur war er zunächst Maler und Goldschmied an der Ecole d'Art in seinem Geburtsort tätig. Ab 1904 wird er an derselben Hochschule zum Architekten ausgebildet. Im Jahr 1917 zog er nach Paris. Dort gründete er im Jahr 1919 die Zeitschrift 'L'Esprit Nouveau', in der er seine Konzeption einer modernen Architektur darlegte und in der er zum ersten Mal Texte mit dem Pseudonym Le Corbusier kennzeichnete. In seinem 'Manifest des Purismus' definiert er das wahre Kunstwerk, als eines das durch den Umgang mit elementaren, geometrischen Formen bestimmt wird. 1922 publiziert er sein städtebauliches Konzept einer 'strahlenden Stadt' (Ville Radieuse). Auch hier bilden geometrische Formen die Basis der Städteplanung. Das Konzept beinhaltet ansonsten die strenge Trennung von Auto- und Fußgängerverkehr sowie die Bebauung der Stadt in Form von Großwohneinheiten, in die Versorgungs- und Dienstleistungseinrichtungen wie beispielsweise Geschäfte integriert werden. 1923 veröffentlicht er seine Schriften unter dem Titel 'Vers un Architecture' und nimmt an einer Ausstellung des Bauhauses in Weimar teil. 1927 beteiligt er sich mit Entwürfen am Bau der Stuttgarter Weißenhofsiedlung. Ab 1929 ist er weltweit als Städteplaner tätig. Er errichtet so berühmte Bauten wie das Nachtasyl der Heilsarmee in Paris oder das Schweizer Haus (Fondation Suisse) in der 'Cité Universitaire de Paris'. Zunehmend skulpturale Formen weisen seine Bauten nach dem Zweiten Weltkrieg auf wie beispielsweise die 'Unité d'habitation' in Marseille. Zwischen 1950 und 1954 errichtete er die Wallfahrtskirche in Notre-Damedu-Haut in Ronchamps, ein nach plastischen Vorstellungen gestalteter Bau. In den 60er Jahren wird sein Entwurf für das 'Carpenter Center for Visual Arts' für die 'Harvard University' realisiert. Am 27. August 1965 stirbt Le Corbusier nahe Cap Martin bei Nizza.
Arte / Le Corbusier / Biografie / BuchTIPP 1 / BuchTIPP 2

rbb 5Sonntag, 27. Juli 2003, 12:30 - 13:00 Uhr
Querstraße
Persius in Potsdam - Der Architekt des Königs

Wiederholung vom Donnerstag, 24. Juli 2003

3sat 3Montag, 28. Juli 2003, 12:15 - 13:00 Uhr
Von der Würde des Bauens

Erstsendung: 16.6.1983 (ORF)

Im Gespräch mit Angelica Bäumer äußerte sich der Doyen der österreichischen Architektur, Clemens Holzmeister, zur Baukunst sowie zu seinem Lebenswerk. Ergänzt wird das Gespräch durch Beispiele aus dem Schaffen des Architekten.
3sat / Clemens Holzmeister / BuchTIPP

phoenix 6Montag, 28. Juli 2003, 12:30 - 13:00 Uhr
Stadt, Land, Fluss - Berlin (Folge 1 von 5)
Alles Fassade? - Neue Architektur in alten Gemäuern

Film von Grit Lederer

Viele Ministerien und Unternehmen entschieden sich gegen einen Neubau, als sie nach Berlin kamen. Sie bevorzugten vorhandene historische Häuser, um sie für ihre Zwecke umzugestalten. Auf vielfältige Art und Weise wurden dabei moderne Elemente in die alten Gemäuer gefügt. Das Bundespresseamt ist ein markantes Beispiel, ein verwirrendes Architekturgeflecht, das wie ein aufgeschlagenes Buch deutsche Geschichte entlang der Fassade erzählt: die alte Markthalle, das Post-Scheckamt, ein Logenhaus aus dem 18. Jahrhundert und ein Plattenbau sind noch zu erkennen. Der Sony-Konzern erregte Aufsehen mit der spektakulären Umsetzung des Kaisersaals aus dem ehemaligen Hotel Esplanade.
Phoenix

3sat 11 Dienstag, 29. Juli 2003, 00:20 - 00:35 Uhr
Vacancy

Deutschland 1998

Der Kurzfilm des renommierten deutschen Experimentalfilm-Regisseurs Matthias Müller ('Alpsee', 'Nebel') ist eine Montage aus neu gedrehtem Material, Archiv- und Amateuraufnahmen sowie Spielfilmszenen vom Bau und von der fertiggestellten Modellstadt Brasilia, die so alt ist wie der Filmemacher selbst. Die Bilder und Texte thematisieren die Verlorenheit des Menschen in einer überdimensionalen Architektur. Kunstvoll montiert Müller die ausgewählten Filmdokumente und Aussagen namhafter Personen zu einem anregenden und dichten Film. 'Vacancy' wurde 1999 bei den Kurzfilmtagen Oberhausen mit einem Hauptpreis des internationalen Wettbewerbs ausgezeichnet.
3sat / BuchTIPP / Matthias Müller

arte 8Dienstag, 29. Juli 2003, 02:15 - 02:45 Uhr
Baukunst - Folge 3 von 12
Neapel - Die Passage Umberto I.

Wiederholung vom Samstag, 19. Juli 2003

3sat 4Dienstag, 29. Juli 2003, 11:15 - 11:45 Uhr
Die Geschichte der Wilhelma

Film von Ingrun Finke

Die Wilhelma, Zoo und botanischer Garten, ist eine der Attraktionen Stuttgarts. Und das nicht nur wegen der Tiere und Pflanzen, sondern auch wegen ihrer ungewöhnlichen Architektur. Einst wollte König Wilhelm I. von Württemberg ein Stück Morgenland in die Residenzstadt holen. Wo heute Scharen hinpilgern, hatten früher nur handverlesene Gäste des Königs Zutritt: Sie erwartete ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht, an die Ufer des Neckars gestellt. Der Film erzählt, wie dieses Märchen entstand.
3sat / Wilhelma

phoenix 7Dienstag, 29. Juli 2003, 12:30 - 13:00 Uhr
Stadt, Land, Fluss - Berlin (Folge 2 von 5)
Schöner lernen - Neue Schulen und Kitas für Berlin

Film von Felix Oehler

Trotz rückläufiger Schülerzahlen wurden in Berlin einige bemerkenswerte Schulen und Kindergärten neu gebaut: Auf dem Gebiet des ehemaligen Militärflugplatzes in Gatow entstanden eine Grundschule und ein Gymnasium. Für Hohenschönhausen entwarf Max Dudler eine Gesamtschule. Eine Kindertagesstätte in Französisch-Buchholz ermöglicht durch ihre offenen und flexiblen Baustrukturen zeitgemäße pädagogische Betreuung. Und in Hellersdorf bietet eine Schule geistig Behinderten einen besonderen Lernraum. Hochwertige Schularchitektur, die kinderfreundlich ist und die Lust am Lernen fördert.
Phoenix

phoenix 8Mittwoch, 30. Juli 2003, 12:30 - 13:00 Uhr
Stadt, Land, Fluss - Berlin (Folge 3 von 5)
Es grünt so grün - Neue Parks und Gärten

Film von Sabine Carbon

Auf dem Schöneberger Südgelände ist die Natur im wahrsten Sinne des Wortes bahnbrechend. Im ehemaligen Gleisgelände an der S-Bahn-Trasse tummeln sich heute Kuckucksbienen und Heidegrashüpfer, glückliche Spaziergänger und Jogger. Aus verrotteter Technik entstanden Kunstwerke. Der Chinesische Garten in Marzahn dagegen ist arrangiert wie ein Landschaftsgemälde. Nebenan entsteht ein japanischer Garten, dessen Architekt, ein Zen-Priester, mit den Steinen spricht, die er in meditativer Handarbeit setzt. Dass es nicht immer harmonisch zugeht auf dem Weg zu den grünen Paradiesen, zeigt sich am Potsdamer Platz: Für den dort geplanten Tilla-Durieux-Park wünschen sich die niederländischen Architekten eine meterhohe Gras-Skulptur, die anliegenden Großkonzerne mehr traditionelle Gefälligkeit.
Phoenix

rbbr 6Mittwoch, 30. Juli 2003, 12:30 - 13:00 Uhr
100 Deutsche Jahre
Zwei Zimmer, Küche, Bad - Wohnen in Deutschland


Das 'cocooning', zu deutsch: den Rückzug in die eigenen vier Wände haben Zeitgeistexperten als Trend der Neunzigerjahre ausgemacht. Die Tatsache, dass sich viele in wirtschaftlich schwierigen Zeiten das (Vergnügungs-)Leben außerhalb der Wohnung kaum noch leisten können, spricht für diese These. Fast drängt sich der Gedanke auf, die Deutschen würden zu einem Volk von Stubenhockern. Im Gegensatz zur heutigen Situation bedeutet eine eigene Wohnung Anfang des Jahrhunderts für viele einen unerschwinglichen Luxus. Das ändert sich erst allmählich mit dem Beginn des sozialen Wohnungsbaus in der Weimarer Republik, als zahlreiche neue Wohngebiete entstehen, deren Ausstattung von bisher unbekanntem Komfort ist: Die Wohnungen sind vollelektrifiziert, haben ein eigenes Bad und eine Einbauküche. Doch das Ziel, ausreichenden und bezahlbaren Wohnraum für alle zu schaffen, wird erst in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts verwirklicht. Dazwischen liegt der Zweite Weltkrieg, an dessen Ende ein Fünftel der Wohnungen zerstört ist. Nach den ersten Nachkriegsjahren, wird in West- und Ostdeutschland gebaut, gebaut, gebaut. Die Wohnungsnot kann gemildert werden - im Westen früher, im Osten später -, die Ausstattung mit Strom, Warmwasser und Zentralheizung wird Standard. Erstaunlich kontinuierlich aber bleibt der Einrichtungsgeschmack der Deutschen.Schon die Architekten des Neuen Bauens wie Bruno Taut fordern in den Zwangzigerjahren die 'Erziehung zur Wohnkultur': Die Möbel sollen schlichter werden. Doch was die Architekten formschön und zweckmäßig finden, erscheint vielen Zeitgenossen als nüchtern, kahl und schmucklos. Man will es schließlich 'gemütlich' und 'behaglich' haben, unberührt von allen staatlichen oder kommerziellen Versuchen, den Deutschen einen 'guten Wohngeschmack' beizubringen.
RBB Brandenburg

3sat 5Donnerstag, 31. Juli 2003, 00:05 - 00:20 Uhr
ArchitecTour de Suisse
Gion A. Caminada

Film von Susanna Fanzun, Schweiz 2001

Das Dorf Vrin in der Val Lumnezia ist winzig. Seine Bewohner setzen wirtschaftlich, sozial und architektonisch eigenwillige Akzente. Massgeblich beteiligt an dieser Entwicklung ist der Bündner Gion A. Caminada, Vrins Architekt und nebenbei Gastprofessor an der ETH Zürich. Caminada betrachtet Architektur als soziale Aufgabe; geglückt und "schön" ist sie für ihn, wenn die Spannung zwischen Tradition und Modernität fruchtbare Lösungen hervorbringt und sich Funktionalität mit dem Lebenszusammenhang verbündet.
3sat

swr 2Donnerstag, 31. Juli 2003, 06:00 - 06:45 Uhr
Terra Fantastica - Alles was spannend ist
Das Römische Badehaus


Vor zweitausend Jahren stellte das öffentliche Badehaus eines der prachtvollsten und wichtigsten Gebäude des Römischen Reiches dar: es bildete das Zentrum der Gesellschaft und war Teil eines täglichen Rituals, das dem Lebensgefühl der Römer besonderen Ausdruck verlieh. Frauen und Männer badeten völlig nackt miteinander, sie plauderten, diskutieren oder sie stritten. Außerdem trafen sie Verabredungen für den Abend. Überall wo die Römer hinkamen, bauten sie ihre Bäder und hinterließen so wichtige Beweise ihrer Baukunst. Doch als das römische Imperium unterging, verschwanden die Bäder, und mit ihnen auch die besondere Kunst und Wissenschaft der römischen Badekultur. Übrig geblieben sind heute lediglich Ruinen, die auf ein komplexes Heizungssystem hinweisen. Reste von Leitungen lassen komplizierte Installationen vermuten. Die Bäder waren außerdem echte Versuchsstätten des Gewölbebaus und der Betontechnologie. Das römische Bad - einst ein technologisches Wunder - ist heute ein technologisches Rätsel. Dieses Rätsel hofft eine Gruppe von Ingenieuren, Archäologen und Historikern zu lösen. 1998 trafen sie sich in Bath in England, wo sich das noch am besten erhaltene Bad des römischen Reiches befindet. Inspiriert durch diese Umgebung, beginnen sie mit der Planung eines authentischen römischen Bades. Mit den Mitteln der alten Baumeister werden sie sich dranmachen, in wenigen Wochen ein echtes römisches Badehaus zu erschaffen.
SWR

phoenix 9 Donnerstag, 31. Juli 2003, 12:30 - 13:00 Uhr
Stadt, Land, Fluss - Berlin (Folge 4 von 5)
Bauwerke der Vergangenheit - Wie Berlin mit seinem historischen Erbe umgeht

Film von Petra Brändle

Im Umgang mit historischen Bauten hat sich Berlin oft nachlässig gezeigt: Wichtige Bauwerke verkamen zu Ruinen, stürzten ein oder wurden abgerissen. Erst wenn nichts mehr übrig war, wurde der Wiederaufbau gefordert. Das war im Falle des Schlosses so und auch bei der Schinkelschen Bauakademie am Schlossplatz. Es bleibt die Hoffnung, dass bald ein Kurswechsel im Umgang mit alten Schätzen stattfindet. Pflegefälle gibt es genug: Zum Beispiel die Elisabethkirche an der Invalidenstraße, die barocke Parochialkirche im Bezirk Mitte, das Anatomische Theater und die Franziskaner-Klosterkirche.
Phoenix


tolle Übersicht zu den TV-Sendungen. Könnt Ihr einen gleichbleibenden
Startlink vorgeben, auf den wir verlinken können? Ein toller Service
wäre auch die Angabe der Showview-nr., den wer aht zu diesen
Sendezeiten schon wirklich zeit sich vor die kiste zu setzen?
[Jens Kühn | 06.07.2003]
Antworten


Danke für das Lob, Jens. Im Moment vergibt der Tippscout als quasi
automatisches Redaktionssystem, das hinter ArchiTIPP steckt, die
Seitennamen etc. selbst. Das macht es für mich als Autor einer Seite
recht einfach, weil ich mich nicht um Links etc. kümmern muß. Wir
können aber mal überlegen, ob gleichbleibende Links nicht für eine
bestimmte Art von Tipps sinnvoll sind. Im Moment müsstest Du halt den
Link jeweils ändern. Das mit der Angabe der Showview-Nummern ist
schwierig, weil die in der Regel nicht mal auf den Programmseiten der
Sender angegeben sind. Der Aufwand, diese auch noch zu recherchieren,
wäre enorm. Dennoch: Viel Spaß beim "ArchiTV" gucken!
[Martin Schnitzer | 06.07.2003]
Antworten


Hoffentlich weiter so
[T.Roessler | 26.07.2003]
Antworten


Hallo kein Kommentar,
in der Sendung: "Häuser mit Gesicht und Seele
-Bauernhäuser in Südbrandenburg" kam ein Architekt zu Worte, der ein
Buch darüber verfasst hat oder verfassen will. Leider konnte ich keine
einschlägigen Hinweise im Internet auf ihn oder das Buch finden.
Könnt Ihr helfen, wenn ja das wäre toll.
Name, Titel und/oder ISBN wäre hilfreich, Danke.
Georg Lehrmann
Mühlenstraße 36
14532 Stahnsdorf
[Lehrmann | 04.10.2003]
Antworten



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