Optimales Datenformat von DWG bis EPS und PDF
Bei der Zusammenarbeit mit Ingenieuren, Bauherren, Grafikern oder anderen Abteilungen im eigenen Hause stellt sich hinschtlich des Exports von ArchiCAD-Plänen und Dokumenten meist die Frage, welches Format für die Weitergabe der Daten am besten geeignet ist.
Die Antwort ist wie im richtigen Leben: Inhalt und Zweck bestimmen die Verpackung (Oder haben Sie schon mal Flüssigkeiten über weite Strecken in einer Papiertüte transportiert, ohne naß zu werden?).
DXF/DWG-Format
Dieses gängige CAD-Format ist dann geeignet, wenn es sich um echte CAD-Daten, also z.B. Grundrisse aus ArchiCAD, handelt und der Empfänger diese Daten ebenfalls mit einem CAD-Programm weiterbearbeiten möchte. In diversen ArchiTIPPs gibts hierzu bereits wertvolle Hinweise. ArchiCAD beherrscht alle gängigen Formate DXF12/13/14/2000 und DWG12/13/14/2000 in 2D und 3D in recht zuverlässiger Weise.
Mit dem "Publisher" in ArchiCAD 7.0 läßt sich übrigens die Ausgabe und Aktualisierung der DXF/DWG-Dateien wunderbar automatisieren.
HPGL/PLT-Format
"Wo PLT draufsteht, ist HPGL drin". Dieses Format ist das originäre Datenformat, das ein handelsüblicher Plotter versteht und ist ideal zur Weitergabe kompletter Pläne an einen Plotservice, eignet sich aber auch optimal zur digitalen Dokumentation und Archivierung der geplotteten Pläne. Eine PLT-Datei enthält bereits alle Informationen, die der Plotter braucht, es gibt also keine Probleme mit fehlenden Schriften etc.. Damit stellt PLT ein sehr robustes und langlebiges Datenformat dar.
Im PlotMaker läßt sich das automatische Erstellen der PLT-Dateien wunderbar automatisieren. Siehe dazu auch unseren ArchiTIPP Layouts noch schneller Plotten oder Drucken.
BMP/JPEG/GIF/TIF/PICT-Formate
Allen diesen Formaten ist gemeinsam, daß sie ein rechteckiges Pixelbild von einer bestimmten Größe beschreiben (also z.B. 1.200*900 Pixel), wobei jedes Pixel einen bestimmten Farbwert aus einer gewissen Menge von Farben annehmen kann. Ideal sind alle diese Formate deshalb zur Weitergabe von Bildern, also z.B. von photorealistischen Darstellungen aus ArchiCAD. Für die Weitergabe von vektorbasierten Informationen (also z.B. Grundrisse, Schnitte etc.) oder isometrischen Strichzeichnungen sind diese Datenformate weniger geeignet.
Zudem hat jedes dieser Bitmap-Formate seine kleinen Eigenheiten:
- BMP ist das Windows-Format für Bilder. Die Daten sind unkomprimiert, deshalb ergeben große Bilder sehr große Dateimengen.
- JPEG ist ein komprimiertes Bildformat, mit der Möglichkeit unterschiedlicher Komprimierungsraten und damit Bildqualitäten. Achtung: "Progressiv JPEG" ist ein rein für den sequentiellen Bildaufbau in einem Webbrowser geeignetes Format und kann deshalb z.B. in ArchiCAD nicht geöffnet werden.
- GIF ist ein ebenfalls internetbasiertes Bildformat, beherrscht zwar Transparenz, ist aber wegen der Beschränkung auf 256 Farben in Zusammenhang mit ArchiCAD kaum relevant.
- TIF oder TIFF ist wohl eines der am meisten verwendeten Bild-Formate, es gibt allerdings dutzende Variationen von Plattform (Mac/Win), Farbtiefe (1 bis 32-Bit) und Komprimierungsrate. Darum ist TIF nicht gleich TIF und es kann deshalb passieren, daß Ihr Gegenüber ein TIF nicht öffnen kann, weil nicht alle Programme jegliche TIF-Variante interpretieren können.
- PICT ist ein spezielles Format für den Apple Macintosh und eigentlich eine Mischung aus Bitmap- und Vektorformat. Für die Datenweitergabe von Bildern ist es auschließlich innerhalb der Mac OS Plattform geeignet.
Als "Dosenöffner" für die passable Konvertierung unterschiedlicher Bildformate sind Programme wie das professionelle PhotoShop mittlerweile fast unverzichtbar. Auf dem Macintosh gibt es mit dem vorbildlichen ShareWare-Programm GraphicConverter von Lemke Software allerdings auch einen günstigen kleinen Helfer, der genau das tut, was der Name verspricht. Unter Windows kann man auch auf Hilfsprogramme wie ACDSee zurückgreifen.
EPS-Format
Wenn Sie Bilder für grafische Anwendungen, z.B. Broschürenlayout, Ausstellungslayout, Bautafeln etc. zur Weiterbearbeitung mit Programmen wie XPress, Adobe InDesign oder PageMaker weitergeben sollen, ist die Wahl des richtigen Datenformates für eine optimale Wiedergabequalität entscheidend. Sobald es um reine Bilder geht, siehe oben, ist TIF empfehlenswert. Sofern es aber um Pläne, Grundrisse, Schnitte, farbige Ansichten, um schattierte Perspektiven etc. geht, ist das vektorbasierte Format EPS (Encapsulated PostScript) deutlich besser geeignet: EPS hat den Vorteil, daß das zugrundeliegende "Vektor-Bild" in der Größe skaliert werden kann, ohne daß die Genauigkeit leidet.
EPS-Dateien lassen sich auf verschiedene Weise aus ArchiCAD oder PlotMaker erstellen:
1) Auf dem Weg über PlotMaker: im PlotMaker gibt es die Möglichkeit "Sichern als? PostScript Layoutdatei"
2) Über die Druckfunktion im Mac OS: wählen Sie unter Auswahl den LaserWriter oder AdobePS, wählen Sie Drucken und "Drucken in Datei" und legen Sie als PostScript-Einstellung EPS-Seitenansicht fest.
3) Über die Druckfunktion unter Windows: wählen Sie als Drucker den Adobe PostScript Drucker Treiber, wählen beim Drucken unter Eigenschaften als PostScript Ausgabeformat "Encapsulated PostScript (EPS)" und Drucken Sie in eine Datei und nicht auf ein Gerät.
Den aktuellsten Adobe PostScript Drucker Treiber für Windows erhalten Sie kostenlos auf der Downloadseite von Adobe.
PDF-Format
Dieses Format ist bestens geeignet, wenn Sie ihr Gegenüber z.B. regelmäßig mit Plänen, Raumbüchern, Layouts etc. versorgen wollen und diese dort vor Ort ausgedruckt oder betrachtet werden sollen. PDF ist plattformunabhängig, beinhaltet die komplette Blatt- und Schriftinformation in der Datei und ist zur Weitergabe der graphischen Information hinreichend genau. Es gilt das Motto "Wysiwyg" also "What you see is what you get". Kein Ärger mehr mit nicht vorhandenen Schriften etc., absolut maßstabsgenau ist die PDF-Datei allerdings nicht unbedingt.
Wie erstellen Sie eine PDF-Datei? PDF ist ein lizenziertes Format der Firma Adobe, diese liefert mit dem Adobe Acrobat (Writer) 5.0 bzw. dem Adobe Acrobar Distiller 5.0 die Software zum Erstellen von PDF-Dateien. Es gibt zwar auch diverse ShareWare-Programme, hinsichtlich Kompatibilität kanns da allerdings einige Überraschungen geben. Öffnen und Drucken kann man PDF-Dateien mit dem kostenlos erhältlichen Adobe Acrobat Reader.
Mit dem "Publisher" in ArchiCAD 7.0 läßt sich übrigens die Ausgabe und Aktualisierung der PDF-Dateien wunderbar automatisieren. Jetzt sagen Sie bloß nicht, Sie hätten noch nicht upgedated!
EPS-Erzeugung ging bislang in zwei Varianten: einmal die direkt
geöffnete PlotMaker-Datei als PostScript-Datei speichern, zum anderen
das Layout mit der Pixelvorschau der Datei als PostScript-Layout-Datei
(gleiches Ergebnis). Die zweite Variante geht ab V8 erstmal nicht
mehr.
[Horst Sondermann | 01.07.2003]
Antworten
Die zweite Variante (Sichern als. PostScript-Layout-Datei) geht im
PlotMaker 3 (der ist wahrscheinlich gemeint) selbstverständlich auch
noch. Und zwar über den Publisher. Darüber kann ich mir sogar das
Erstellen mehrerer EPS-Dateien auch unterschiedlicher Blattformate
automatisieren.
[Martin Schnitzer | 02.07.2003]
Antworten
Vorsicht!
EPS kann auch Pixelbilder enthalten. Es ist nur eine
Beschreibungssprache für Ausgabegeräte / Drucker. Vektorformat ist das
Zauberwort für skalierbare Abbildungen ohne Qualitätsverlust
(abgesehen vom Prozessor und die Nachkommastellen genauigkeit). ;o)
[Detlef | 14.03.2007]
Antworten
